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Laufen Hirn Herz Humor

Laufen mit Hirn, Herz und Humor

Artikel vom:

Der Wiener ist Mitte November in Livorno seinen 400. Marathon gelaufen. Einer von den ganz Harten? Ganz falsch. Der Marathonmann lebt nach„Laufen mit Hirn, Herz und Humor“.

Machen wir erst das Statistische: Seit wann läufst du Marathon und wie waren deine schnellsten Zeiten?
Mein erster Marathon war 1986 in Wien. 2001 hatte ich meinen 100., 2004 meinen 200., 2007 meinen 300. Und heuer durfte ich nach 25 Laufjahren meinen 400. Marathon finishen. Davon waren 250 unter 3:30 und 14 unter 3 Stunden. Mein schnellster? Der Wien-Marathon im Jahr 2000 in 2:52:27.

Ok, aber das erklärt noch nicht, warum du eigentlich zum Vielläufer geworden bist.
Das passierte einfach: Nach 5 Marathons in Wien wollte ich auch woanders einen Marathon laufen. So wurden es zwei in einem Jahr. Dann drei, vier, fünf – und plötzlich waren es zehn Marathons in einem Jahr. Nach 24 folgten 26, weil das in zwei Jahren eine schöne Zahl ergibt. Es wurden halt immer mehr pro Kalenderjahr. Aber ich treffe immer wieder Läufer, die noch mehr laufen als ich. Da kann man lang diskutieren, was wirklich„viel“ ist.

Aber was bringt das Monsterprogramm?
Das Wort „Monster“ ist für mich negativ. Ich bin in meiner Freizeit eben lieber auf schönen Marathonreisen. Der Alltag ist manchmal ernst genug – für mich ist ein Marathon einfach ein positives Erlebnis. Und das mag ich.

Aber es heißt immer: Maximal zwei Marathons im Jahr, alles andere ist ungesund. Da muss man schon wissen, in welchem Zusammenhang das gesagt wird. Ich muss für mich entscheiden, ob, wie oft und wie schnell ich laufe. Dies ist abhängig von der Tagesverfassung, dem Wetter, der Strecke, der Laufvorbereitung, vom Stress in der vergangenen Woche, ausreichendem Schlaf, entsprechender Ernährung. Auf jeden Fall kann ich allen versichern: Ich will auch weiter gesund bleiben.

Und wie soll das mit den Marathons weitergehen?
Open end. Mir ist bewusst, dass alles Extreme wie eine Gratwanderung ist, zwei Seiten gehen steil bergab, aber eine führt nach vor – und dort will ich hin! Aber sicher nicht um jeden Preis.

Was ist für dich das Schöne daran, 42 km in einem Stück durchzulaufen?
Marathon laufe ich in meiner Freizeit. Freizeit soll Tankstelle sein, um für den Alltag ausreichend Kraft und Energie zu haben. Laufen generell ist eine schöne sportliche Betätigung im Freien. Ja, und bei Laufreisen treffe ich nette Leute und mit Kultur lässt sich das auch verbinden. Also warum nicht 42,195 Kilometer!

Wie schaut es bei der Menge mit dem Regenerieren aus?
Regenerieren kann ich zwischen den Marathons bei anderen Tätigkeiten. Ja, ich will manchmal schnell sein. Aber ich laufe nie bis zur Erschöpfung, die Gesundheit geht immer vor. Ich muss ja auch wieder heimreisen – und dabei den Koffer selbst tragen können.

Gibt es so was wie die schönste Marathonerinnerung? Oder einen Lieblingsrun?
Jeder Marathon war schön. Erinnerungen blieben viele. Die netten Damenbegleitungen, die Bestzeitmarathons, die lustigen Gruppenreisen oder die 19 Marathons an 19 aufeinanderfolgenden Tagen. Aber eigentlich sind alle 97 verschiedenen Marathonstrecken, die ich gelaufen bin, meine Lieblinge.

Und da gab‘s nie Motivationsprobleme?
Ich freue mich bereits bei den Anmeldeformalitäten und bei der Reiseorganisation. Ich wüsste nicht, weshalb ich dann beim Lauf nicht motiviert sein sollte!

Was muss zurückstehen, wenn man fast jedes Wochenende einen Marathon läuft?
Wäre es nicht der Marathon, wäre es etwas anderes. Ich weiß die Marathontermine im Voraus und kann darüber entscheiden, was ich im Rest der Woche alles unterbringen muss. Freilich wäre mir ein Tag mit 36 Stunden lieber ...

Was rätst du einem Hobbyläufer, der bereits nach 10 Kilometern Motivationsprobleme hat? Gibt es da Tricks?
Wer nicht will, soll nicht laufen. Ich will. Ich will nicht Fernsehsportler sein. Ich will eigenen aktiven Sport machen. Allein, zu zweit oder in einer Gruppe. Ich bin jedenfalls noch mit niemandem gelaufen, der nach 10 Kilometern nicht mit mir weiterlaufen wollte. Ja, und dann gibt‘s ja die drei „H“: Laufen mit Hirn, Herz und Humor!

Fachfrage: Was kann man tun, wenn der „Mann mit dem Hammer“ kommt?
Ist doch typisch, dass das keine Frau ist! Viele laufende Frauen sind nämlich eine absolut positive Wucht! Und wenn wirklich der Ast kommt: Passiv abwarten, in sich hineinhören. Entweder läuft der mit dem Hammer wieder davon, oder wir laufen gemeinsam ins Ziel. Ob langsam oder schneller – Spaß ist immer dabei!

Fragen dich die Unerfahrenen auch, was sie vor oder während des Marathons essen sollen?
Da gibt‘s kein Allgemeinrezept, das muss jeder selbst ausprobieren. Wer sich im Alltag ausgewogen ernährt, wird auch beim Laufen keine Probleme haben. Vor einem Marathon normal frühstücken. Und während des Marathons richtet sich die Verpflegung ohnehin nach dem Angebot der Veranstalter, wenn ich nicht Selbstverpfleger sein will.

Sag, wie viele Laufschuhe verbrauchst du im Jahr?
Das richtet sich nach der Anzahl der Marathons. Im Schnitt laufe ich mit einem Paar Laufschuhen zwölf Marathons. Aber ehrlich, ich hab keine Ahnung, wie viele Laufschuhe ich schon gekauft habe. Übrigens: Ich bin bis auf fünf der 400 Marathons alle mit dem gleichen Modell einer Marke gelaufen.

Wie schaut‘s mit neuen Zielen aus?
Wie bisher. Viel Freude auf den 42,195 Kilometern haben, jeder Marathon soll weiterhin etwas Besonderes für mich sein. Natürlich, gesund will ich bleiben – und es wäre lustig, nach den nächsten 100 Marathons wieder interviewt zu werden!

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