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Sebastian Ofner / Bild: Imago

Im Interview: Sebastian Ofner über Form

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Vor zwei Jahren drückte er noch die Schulbank. ­In Wimbledon erreichte Sebastian Ofner völlig überraschend die dritte Runde. ­Es scheint, als würde der 1,91 Meter große Steirer konsequent mit seinen Aufgaben wachsen.

Interview: Axel Rabenstein

Sebastian, Glückwunsch zum Auftritt in Wimbledon! So kann’s weitergehen, oder?
Naja, etwas Ruhe darf jetzt schon mal einkehren. Der Einzug in die dritte Runde hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Nun gilt es, Angebote von Sponsoren und Ausrüstern zu prüfen und einige Entscheidungen zu treffen.

Viele Beobachter sind gespannt, ob du deine Form in den kommenden ­Wochen bestätigen kannst. Setzt dich das unter Druck?
Überhaupt nicht. Ich bin 21 Jahre alt und habe mich gut in Wimbledon präsentiert. Das war kein Zufall, sondern harte Arbeit. Nun geht es darum, konzentriert weiterzuarbeiten, um konstant auf hohem Niveau spielen zu können.

Hattest du in Wimbledon von Anfang an das Gefühl, dass da was gehen könnte?
Ich habe schon gespürt, dass ich gut in Form bin. Aber ich habe ausschließlich von Match zu Match gedacht. Dass es dann so weit ging, war schon fantastisch.

Was hat dich dorthin gebracht?
Training! Und zwar reichlich. Ich habe vor zwei Jahren maturiert, bis dahin war ich zeitlich doch stark limitiert. Nun konnte ich das Training intensivieren. Meine Trainer sagten mir, dass ich das Potenzial hätte, um als Tennisprofi mein Geld zu verdienen. Das hat es leichter gemacht, den Fokus voll und ganz auf den Sport zu richten.

Wie intensiv war das Training?
Die vergangenen beiden Jahre habe ich zwei Mal am Tag trainiert, insgesamt vier bis fünf Stunden, zusätzlich noch Konditionstraining. Das Ganze fünf Mal in der Woche. Je nachdem, wie erledigt ich war, habe ich auch am Samstag noch ein bis zwei Stunden trainiert.

Was braucht ein erfolgreicher Tennisspieler, außer eiserner Disziplin?
Schnelligkeit? Ein Gespür für das Spiel, um Situationen antizipieren zu können? Das wird schon helfen. Ich denke aber wirklich, dass die Arbeit entscheidend ist. Du kommst nur weiter, wenn du voll fokussiert bist und andere Interessen hintanstellst.

Wie weit willst du kommen? Sehen wir Sebastian Ofner mal im Finale ­eines Grand Slam Turniers?
Träumen ist erlaubt. Das kann ja auch die nötige Energie freisetzen. Jetzt heißt es aber erst einmal, in die Top 100 zu kommen und dann vielleicht in Richtung Top 50. Ich werde mir einfach immer wieder neue Ziele setzen. Der Rest ergibt sich von selbst.

Sebastian Ofner / Bild: Imago

DER AUFSTEIGER

SEBASTIAN OFNER wurde am 12. Mai 1996 in Bruck an der Mur (ST) geboren. Nach der Matura 2015 startete er eine Laufbahn als Leistungssportler beim Bundesheer. In Wimbledon sicherte er sich mit drei überstandenen Runden in der Qualifikation einen Startplatz im Hauptfeld, wo er in die dritte runde einzog. Sebastian Ofner ist ledig und trainiert als ÖTV-Spieler im Leistungszentrum von Günter Bresnik in Maria Enzersdorf (NÖ).

Du wirst von Wolfgang Thiem in der Tennis-Akademie von Günter Bresnik trainiert. Von hier hat es Dominic Thiem bis in die Weltelite geschafft. Ist das ein Vorteil für dich?
Definitiv. Das Umfeld in der Südstadt ist perfekt. Dominic hat ja gezeigt, was möglich ist. Ihn beim Trainieren zu sehen, spornt mich an. Außerdem kann ich mir auch ein paar Kleinigkeiten von ihm abschauen ...

Wie unerwartet war der Erfolg in Wimbledon für dich? Es heißt, du hattest deutlich früher mit deiner Rückreise gerechnet?
Geplant war, ein Match zu spielen und wieder nach Hause zu fliegen. Am Ende musste ich zwei Mal das Hotel wechseln, weil ich mein Zimmer nicht verlängern konnte. Es war ja alles ausgebucht.

Stimmt es, dass du vor Ort auch noch Tennis-Kleidung nachkaufen musstest?
Das ist richtig. Beim offiziellen Wimbledon-Turnier ist Spielkleidung nur in Weiß erlaubt. Vom Veranstalter hatte ich einen Gutschein über 250 Pfund erhalten. Davon habe ich mir im Fan-Shop eine weiße Weste gekauft. Die Garnitur zum Spielen habe ich mir in einem anderen Laden besorgt.

Nach drei Siegen in der Qualifikation ging’s sprichwörtlich mit „weißer Weste“ in die Hauptrunde. Dort hast du den Brasilianer Thomas Belucci glatt in drei Sätzen abserviert. Da hast du aber selbst gestaunt, oder?
Erst einmal hatte ich mich auf eine lange, harte Partie eingestellt. Belucci ist immerhin die Nummer 55 der Welt. Ende des ersten Satzes hatte ich aber schon das Gefühl, dass ich das Match auf meine Seite ziehen kann. Dass er sich mit meinem Spiel schwertut. Und ich einfach gut drauf bin.

In der zweiten Runde wartete mit dem an Nummer 17 gesetzten US-Amerikaner Jack Sock ein echtes Kaliber. Du hattest schon viel mehr erreicht, als zu erwarten war. Bestand nicht die Gefahr, sich darauf auszuruhen?
Wenn du ein Match gewinnen möchtest, dann musst du es wollen. Und ich wollte dieses Match unbedingt gewinnen!

Du kamst gut in die Partie, lagst schon 2:0 nach Sätzen in Führung. Trotzdem kam Sock wieder ran, am Ende ging es in den fünften Satz. Wie schafft man es, in so einer Phase nicht zu verkrampfen?
Ganz einfach: nicht so viel nachdenken! Voll aufs eigene Spiel konzentrieren. Auf die eigene Form vertrauen. Und Punkt für Punkt weiterarbeiten.

In der dritten Runde war dann Schluss, der Deutsche Alexander Zverev war an diesem Tag zu stark. Warst du enttäuscht? Oder eh schon auf Wolke sieben?
Enttäuschung war schon da. Vielleicht wäre es aber auch ein bisschen viel gewesen, wenn ich Zverev auch noch geschlagen hätte. Ich nehme es mit, wie es war und blicke nach vorne.

Du hast 90.000 Pfund Preisgeld kassiert, bist in der Weltrangliste von 217 auf Platz 155 geklettert. Wie setzt man sich jetzt die nächsten Ziele?
Mein Fokus bleibt die Challenger-Tour, dort will ich konstant spielen und meine Leistung bringen. Dann folgen automatisch die nächsten ATP-Spiele. Und dann schauen wir mal, wie ich so in Form komme.

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