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Gut gegangen: So vermeidest du Blasen und Scheuerstellen beim Wandern / Bild: iStock / lzf

Gut gegangen: So vermeidest du Blasen und Scheuerstellen beim Wandern

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Blasen und Scheuerstellen lassen eine Wanderung schnell zur „Tortour" werden. Mit der ­richtigen Fußpflege, speziellen Trekkingsocken und Einlegesohlen kannst du dem Wundlaufen aber entgehen. Wir erklären, wie's funktioniert.

Von Claudia Riedl


Nichts verdirbt eine Tour so schnell wie die Blase am Fuß. Die gute Nachricht: Wandern ohne Wundstellen ist kein Glücksspiel. Mit ein paar einfachen Kniffen lassen sich Blasen und andere schmerzende Scheuerstellen reduzieren – oder sogar verhindern. Eine regelmäßige Pflege der Füße einerseits, sowie die Auswahl und das „Tunen" des Materials (vom Schuh bis zu den Einlagen) andererseits sind dabei entscheidend.

DAS MUSS SITZEN
Der eingefleischte Outdoorer weiß bereits, dass gut sitzende Wanderschuhe das A und O für einen gelungenen (und blasenfreien) Marsch in die Berge sind. Daher gilt: keine Kompromisse beim Schuhkauf! Darauf solltest du bei der Anprobe achten, um beim Sportfachhändler letztlich zum richtigen Paar zu greifen: Wichtig ist, dass Länge und Passform hundertprozentig stimmen. Die Zehen dürfen vorne nicht anstoßen – hier sollte schon eine Daumenbreite frei sein. Außerdem muss das Schuh­oberteil den Fuß genau umschließen, ohne unangenehm zu drücken. Und auch auf die Ferse nicht vergessen. Wenn diese im Wanderschuh nämlich zu viel Spielraum hat, reibt sie bei jedem Schritt auf und ab. Die Blase ist vorprogrammiert – und die guten Wandersocken werden auch kaputt ...

Noch ein Tipp: Den Bergschuhkauf solltest du am besten am Nachmittag einplanen, da die Füße dann etwas größer sind als am Morgen. Nimm zur Anprobe auch unbedingt die Trekkingsocken mit, die du später beim Wandern tragen wirst, und gehe mit den Schuhen im Sportgeschäft bergauf und bergab. Einige Läden bieten für diesen Zweck sogar eine eigene schiefe Ebene.

„TUNING" FÜR DRINNEN
Im Kampf gegen das Wundlaufen können spezielle Wandersocken und Einlegesohlen ebenfalls zu deinen Verbündeten werden. „Hochwertige Trekkingsocken sind gerade an Problemstellen wie Fußballen und Ferse mit Verstärkungen ausgestattet. Wenn es Druckstellen im Schuh gibt oder der Schaft zu viel Volumen hat, sind die gepolsterten Funktionsmodelle von Vorteil", bestätigt auch die Kosmetikerin und Fußpflegerin Eva Knoll – und warnt gleichzeitig: „Zu groß und zu dick sollten die Socken aber nicht sein, damit sie im Schuh keine Falten werfen."

Welche Rolle spielen Einlegesohlen beim Wandern? „Gute Nachrüstsohlen sind vor allem für Wanderer mit ‚Problemfüßen' empfehlenswert. Die Sohlen sollten aber vor der ersten großen Tour unbedingt von einem Orthopäden angepasst und mindestens ein bis zwei Monate vorher vom Wanderer auch ‚eingetragen' werden", weiß die Expertin. „So gewöhnen sich die Füße an die Einlagen, die anfangs für den Träger etwas unangenehm sein können." Aber auch dem Wanderer mit Durchschnittsfüßen können Einlegesohlen nützen. Je nach Modell erhöhen sie die Dämpfung oder verkleinern das Schuhvolumen und sorgen für mehr Halt im Schuh.
  

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RICHTIGE FUSSPFLEGE
Beim Marschieren müssen unsere Füße aber immer noch die Hauptarbeit leisten. Es spricht also nichts dagegen, ihnen vor, nach und im Notfall sogar während der Wanderung Pflege zu gönnen – vor allem, wenn man weiß, dass man mit ein paar regelmäßig angewendeten Fußpflegetricks Wundstellen vorbeugen kann. Fußpflegerin Eva erklärt uns, was vor dem Abmarsch zu tun ist: „Man sollte vorher einen Blick auf seine Zehennägel werfen. Zu lange Nägel gehören gegebenenfalls gekürzt. Außerdem ist es ratsam, gerade auf den Fersen spröde Hautteile mit einem Bimsstein vorsichtig zu entfernen, um ein Aufspringen der Haut und in Folge schmerzhafte Risse zu vermeiden." Wichtig: Kurz vor der Tour zur Profi-Fußpflege zu gehen, ist jedoch ein No-Go, da die Haut dann nach der Behandlung empfindlich ist.

Damit die Haut geschmeidig bleibt, sollte man seine Füße nach der Bimssteinbehandlung und auch generell regelmäßig mit einer pflegenden Fußcreme einreiben. „Denn geschmeidige Haut ist weniger anfällig für Blasen", weiß die Expertin. „Unsere Füße brauchen Feuchtigkeit und Fett – feuchtigkeitsspendende Cremes schützen vor trockenen, rissigen Füßen, fettspendende Salben (z. B. mit Hirschtalg) vor Druckstellen."

Nach einer langen Wandertour gönnst du deinen Füßen am besten ein warmes Fußbad zur Entspannung. Das warme Wasser wirkt durchblutungsfördernd, außerdem wird etwaige Hornhaut aufgeweicht und kann anschließend leicht entfernt werden. Tipp der Expertin: „Fußbäder mit Kräuterzusätzen wie Lavendel und Rosmarin beleben die Haut und lassen unangenehmen Schweißgeruch verschwinden. Danach die Füße noch gut abtrocknen und eincremen."

BLASE – WAS JETZT?
Und was ist zu tun, wenn sich doch mal eine Blase den Weg an die Hautoberfläche bahnt? „Kleine Blasen ja nicht aufstechen, sondern lieber ein Blasenpflaster verwenden. Die Haut über der Blase schützt nämlich vor Infektionen. Größere, unter Spannung stehende Blasen sollte man nur mit einer sauberen Nadel aufstechen, desinfizieren und überkleben." Generell gilt: Bei einer aufgeplatzten Blase die Wundstelle möglichst sauber halten. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster und Wunddesinfektionsspray gehört also in jeden Rucksack!
  

Eva Knoll / Bild: Fotostudio Alexandra Weiz

Die Expertin
EVA KNOLL (25) ist Kosmetikerin & Fußpflegerin. Nach vier Jahren­ als Fachkraft in der Kosmetik- und Fußpflegebranche hat sie sich Anfang 2017 in Naas bei Weiz (St) den Traum vom eigenen Studio erfüllt.

Kontakt: Tel.: 0664/39 88 676
Web: www.eva-knoll.at



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