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Tristkogel Wanderung / Bild: TVB Saalbach

Gipfelkino: Warum es sich lohnt, in den Bergen früh aufzustehen

Artikel vom:

Sonnenaufgänge sind eine Wucht. Ganz besonders in den Bergen. Und so hat unser SPORTaktiv Redakteur ein "Gipfelkino" der besonderen Art erlebt.

Von Oliver Pichler


Wer einmal das Tagwerden in den Bergen erlebt hat, weiß, dass irre frühes Aufstehen reichlich belohnt wird. Als Neuling im Sonnenaufgangswandern braucht man, vom Wecker unsanft aus dem Tiefschlaf gerissen, zunächst jedoch ein paar Augenblicke zur Orientierung. Es ist 2.15 Uhr. Tiefste Nacht. Bin ich völlig verrückt? Jetzt aufstehen? Der innere Schweinehund wird elefantengroß. Doch Camilla, die Chefin des Hotel Sonne, wartet um 2.45 Uhr. „Nach dem Gewitter am Nachmittag wird es ein perfekter Morgen werden", hat sie am Vorabend versprochen. Das Schweinehündchen jammert – das Wetter wird sicher nicht schön. Ein Blick in den sternenklaren Nachthimmel bringt Gewissheit – es passt. Zwar irre, aber es geht los!

Pünktlich um 2.45 Uhr sitzen wir im Kleinbus. Guide Camilla, klar. Und sechs „Verrückte", die alle ein Ziel haben: Vor Sonnenaufgang am Tristkogel (2.095 m) hoch über dem Talschluss des Salzburger Glemmtales zu sein. Im Hotelbus geht es durch die Nacht tief ins Tal hinein. Ein Kuhgitter im Boden signalisiert das Asphaltende. Die Forststraße führt Richtung Lindlingalm. Rehe, die auf einer Wiese neben der Straße stehen, tauchen kurz im Lichtkegel des Autos auf. Auf knapp 1.300 m Seehöhe wird der Bus geparkt. Wir wissen, jetzt sind wir dran.

START BEI TOTALER DUNKELHEIT
Nachdem die Hotelchefin das Licht des Autos abgeschaltet hat, sind wir mitten drin in der völligen Dunkelheit der Nacht. Für die etwa 800 Höhenmeter bleiben zwei Stunden Zeit. Unsere sieben Stirnlampen geben genug Licht, um nicht zu stolpern oder ein Kuhgatter zu übersehen. Aber Orientierung hat einzig unser „Zugpferd" Camilla. Scheinbar aus dem Nichts tauchen Kühe aus der Nacht auf. Sie schauen verdutzt, wundern sich über den frühen Besuch. Der Weg führt in Serpentinen nach oben Richtung Ossmannalm (1.464 m) und von dort weiter in den Saalkogelgraben.

Unser erstes Ziel ist das Saaljoch (1.875 m) oben am Bergkamm. Jetzt, noch vor dem Saaljoch, beginnt es langsam, zuerst ganz zaghaft und kaum spürbar, zu dämmern. Der Tag versucht, endlich das Schwarz der Nacht zu verdrängen. Bald nach dem Saaljoch können wir die Stirnlampen einpacken. Die Pflicht – im Schwarz der Nacht zu gehen – ist getan. Jetzt beginnt der Genuss! Spätestens hier oben, am Weg entlang der Landesgrenze zwischen Salzburg und Tirol Richtung Tristkogel, wissen wir, warum wir so früh aufgebrochen sind. Zuerst wird es nur hell und heller, dann langsam auch zart-orange. 4.57 Uhr. Wir sind da. Am Tristkogel, auf 2.095 m. Warm anziehen ist jetzt wichtig. Die noch nächtliche alpine Kälte wird selbst im Hochsommer schnell unangenehm spürbar, sobald man nicht mehr in Bewegung ist. Mit Jacke, Haube, Handschuhen und Sonnenbrille heißt es, Platz nehmen im Naturkino.

PRACHTSTIMMUNG AM HIMMEL
Aus dem zarten wird ein immer kräftigeres Orange. Es ist nach wie vor saukalt. 5.15 Uhr: Alle warten still. Jeder für sich. Camilla bleibt im Hintergrund. Jetzt, jetzt ist es so weit. Die gefühlten ersten Millimeter Sonne blinzeln hervor. Binnen weniger Minuten ist die ganze strahlende „Kugel" sichtbar. Genial, wie schnell die Sonne aus dem Nichts auftaucht. Als wir mit warmem Tee anstoßen, steht sie bereits deutlich über dem Horizont. Schlagartig wird es wärmer. Und das liegt nicht nur am Tee. Es ist die Sonne, die schon jetzt Muskeln zeigt. Camilla erzählt, dass es ein paar sehr schöne, aber länger dauernde Wege zurück gibt. Wir allerdings freuen uns schon auf das Frühstück, das heute besonders gut schmecken wird, und wählen einfach den Weg, den wir gekommen sind. Um etwa 8 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir treffen auf teils völlig verschlafen wirkende Gäste, die sich gerade zum ersten Kaffee schleppen. Wir dagegen fühlen uns euphorisch-schwebend und wie aus einer anderen Welt ...


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