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Geht nicht – läuft!: Triathlet Christian Troger im Interview über sich und sein neues Buch / Bild: Christian Troger

„Geht nicht – läuft!“: Triathlet Christian Troger im Interview über sich und sein neues Buch

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Ein außergewöhnlicher Mann mit einer außergewöhnlichen Geschichte: Christian Troger hatte wahrlich keinen leichten Start ins Leben, kam ohne linkes Bein und ohne linke Hüftpfanne zur Welt. Sporteln? In dieser Situation undenkbar, könnte man meinen. Doch der Seebodner Triathlet ließ sich nicht aufhalten und bezwang als erster Mensch mit einem Bein renommierte Sportevents wie den Ironman Austria oder den Großglockner Berglauf. Jetzt ist sein erstes Buch erschienen, mit dem er andere Menschen berühren, begeistern und motivieren möchte.


„Geht nicht – läuft! Mein Triathlon ins Leben" lautet der vielversprechende Titel des ersten Buches von Ausnahmesportler Christian Troger. In seinem autobiografischen Ratgeber erzählt der mittlerweile mehrfache Welt- und Europameister seine ganz persönliche Geschichte und berichtet, wie er den Weg aus der Sackgasse und hinein in ein zufriedeneres Leben gefunden hat. Die Schilderungen seiner Handlungen, Erfahrungen und Einsichten sollen seinen Lesern Mut machen und vor allem jenen Hoffnung schenken, die durch Schicksalsschläge vom Weg abgekommen sind.

Wir wollten noch etwas tiefer schürfen und haben den sympathischen Triathleten zum Interview gebeten. Was wir dabei Spannendes herausgefunden haben, erfährst du jetzt ...


Christian, du hattest – wie man liest – eine recht durchwachsene Jugend. War damals die Beobachtung eines Ironmans der tatsächliche Wendepunkt in deinem Leben oder spielten auch andere Einflüsse eine Rolle?
„Grundsätzlich hatte ich eine wunderschöne Kindheit und auch Jugend. Ich habe immer versucht, das zu machen, was Menschen mit zwei Beinen auch machen – sei es in der Schule beim Turnunterricht, in der Freizeit beim Fußball oder im Tischtennisverein. In der Jugend kam ich jedoch auch – aus Neugierde und wegen dem Reiz des Verbotenen – mit Rauchen in Kontakt. Anstatt aufzuhören, steigerte sich bei mir der Zigarettenkonsum und ich wurde zum Kettenraucher. Zudem war ich sehr viel unterwegs, ließ keine Party aus und ernährte mich ungesund. Mit Sport hatte ich in dieser Zeit nichts mehr am Hut.

Erst im Jahr 2008, als ich zum zweiten Mal Zuschauer beim Ironman war, änderte sich meine Einstellung. Zudem legte mir kurz darauf ein Arzt nahe, dass ich in meinem Leben etwas ändern solle. Auf meine Frage, welchen Sport er mir empfehlen würde, meinte er: ‚moderater Ausdauersport – ein wenig Radfahren und Schwimmen.' Ohne groß zu überlegen meinte ich: ‚Nehmen wir Laufen auch noch dazu, dann kann ich irgendwann einmal einen Ironman machen!'"

Welche Gefühle spielten sich in dir ab, als du den ersten Triathlon hinter dich gebracht hattest?
„Mein erster Triathlon war ein Wettkampf über die Sprintdistanz (750 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen). Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bei jedem Wettkampf nur ein Ziel vor Augen: Dem Ironman immer einen Schritt näher zu kommen. Ich war zwar einer der letzten Teilnehmer, der das Ziel erreichte, aber es war ein tolles Gefühl, denn ich wusste, ich hatte den Grundstein für den Ironman Austria 2011 gelegt."

Woher nahmst du die Kraft, das harte Triathlon-Training durchzuhalten und die Rennen zu Ende zu bringen?
„Meine treibende Kraft war mein Ziel! Das Training war hart, sehr oft gab es auch Rückschläge – aber ich wusste, wenn ich alles geben würde, dann kann ich 2011 den Ironman Austria innerhalb von 17 Stunden erfolgreich beenden. Und ich habe alles gegeben – an ein Scheitern habe ich keine Sekunde gedacht.

Als ich mir den Ironman zum Ziel setzte, hat mein Umfeld geteilt reagiert. Die eine Hälfte hat mich ausgelacht, die andere hat mich bemitleidet. Durch die Bank hat aber jeder dieser Menschen gesagt, dass ich spinne und dass es unmöglich für mich sei, einen Ironman erfolgreich zu beenden. Jene Personen, die wirklich an mich geglaubt haben, kann ich definitiv an einer Hand abzählen. Dazu gehörte mein engster Familienkreis – insbesondere meine Mutter – und einige wenige Freunde. Sie haben immer hinter mir gestanden und mich motiviert – das gab mir Kraft!"

Wie gehst du heute mit Niederlagen um bzw. wie ziehst du dich aus „Tiefs" wieder heraus?
„Ich persönlich würde ‚Niederlagen' und ‚Tiefs' etwas unterscheiden. Niederlagen sind wohl in unser aller Leben unvermeidlich. Ich glaube, das Um und Auf bei einer Niederlage ist es, Verantwortung zu übernehmen und zu akzeptieren, dass man eine Niederlage erlitten hat.

Auch Tiefs kennen wir wohl alle. Auch wenn man für eine Sache ‚brennt' und etwas gerne macht, gibt es Tage, an denen man einfach keine Lust hat. Natürlich gibt es diese Tage auch bei mir. Doch ich habe Ziele vor Augen und ich weiß, dass ich alles geben muss, um meine Ziele zu erreichen. Mit diesem Wissen schaffe ich es, mich auch an ‚schlechten Tagen' aus Tiefs herauszuholen."

Was war der entscheidende Anstoß für dich, dein Buch zu schreiben?
„Seit dem Jahre 2012 bin ich neben dem Sport noch als Vortragender für Unternehmen, Institutionen, Vereine etc. tätig. Immer wieder traten Menschen mit der Idee an mich heran, ein Buch über meine Erlebnisse und Erfahrungen zu schreiben. Zu Beginn schien mir diese Idee abwegig. Doch mit der Zeit gefiel mir der Gedanke, da ich darin eine weitere Möglichkeit sah, den Menschen die Botschaft, die ich mit meinem sportlichen Tun vermitteln will, näherzubringen.

Nach meinem letzten Rennen in der Saison 2014, das mir sowohl physisch als auch psychisch viel abverlangt hat, war die Luft komplett raus. Als Ausgleich setzte ich mich vor den PC und begann zu schreiben. Das Schreiben machte mir schon nach wenigen Tage sehr viel Spaß und ich spürte: Nun ist die Zeit reif für mein Buch."

Wie ist der Kontakt mit Skilegende Franz Klammer zustande gekommen?
„Franz Klammer ist für mich nicht nur eine lebende Legende und natürlich einer der größten Sportler Österreichs. Ich erlaube mir, Franz Klammer als Freund zu bezeichnen. Ich habe ihn im Jahre 2011 kurz nach dem Ironman kennengelernt. Er war einer meiner ersten Unterstützer, als ich noch kein Profisportler war – und er hat an mich geglaubt, als das noch wenige Leute getan haben. Wir treffen uns im Sommer ab und zu zum gemeinsamen Radfahren. Im heurigen Winter waren wir erstmals im Rahmen einer Charity-Veranstaltung gemeinsam beim Skifahren. Auf einer Skihütte am Goldeck entstand die Idee, dass er das Vorwort meines Buches schreiben könnte. Doch ich wollte mit dem Buch auch etwas Gutes tun. Daher machte ich den Vorschlag, pro verkauftem Exemplar einen Euro an die Franz Klammer Foundation fließen zu lassen."

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du auch einmal daran gedacht, andere Sportarten auszuprobieren?
„Es gibt in meiner Zukunft noch viele Dinge, die ich erreichen will – sportlich, privat und beruflich. Ich habe klare Ziele vor Augen und arbeite mit Leidenschaft und Begeisterung an deren Verwirklichung. Wenn ich diese Ziele erreicht habe, werde ich mir natürlich wieder neue Ziele setzen.
Natürlich gibt es auch andere Sportarten, die mich interessieren. Derzeit bin ich jedoch so sehr mit Schwimmen, Radfahren und Laufen beschäftigt, dass dafür einfach die Zeit fehlt."

Was hat dir der Sport gegeben – welche wichtigen Erfahrungen hast du gemacht?
„In meiner Zeit vor dem Sport lief ich planlos durch ein größtenteils inhaltsloses Leben. So brutal es auch klingen mag, man kann sagen, dass ich nicht lebte, sondern nur existierte. Durch den Sport – im Speziellen beim Ironman 2011 – habe ich erstmals in meinem Leben gespürt, wie wichtig es ist, klare Ziele vor Augen zu haben. Diese Ziele führen dazu, dass ich mit Leidenschaft und Begeisterung an der Verwirklichung dieser Vorhaben arbeite. Auf diese Art und Weise habe ich mein Leben in den Griff bekommen und kann behaupten, dass ich heute dadurch nicht nur ein erfolgreicheres, sondern auch ein zufriedeneres und erfüllteres Leben führe."

Geht nicht – läuft!: Triathlet Christian Troger im Interview über sich und sein neues Buch / Bild: www.christian-troger.comDER AUSNAHME-TRIATHLET
Christian Troger wurde am 08. Oktober 1983 in Spittal an der Drau geboren und lebt seit seiner Kindheit in Seeboden am Millstättersee. Er ist Triathlet und Ausdauersportler, obwohl ihm seit seiner Geburt sowohl sein linkes Bein als auch seine Hüftpfanne fehlen. 2011 kam er beim Ironman Austria als erster Mensch mit einem Bein nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen ins Ziel. Mittlerweile ist Christian Troger mehrfacher Welt- und Europameister.

Weitere Infos: www.christian-troger.com.


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