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Gebhard Gritsch ueber Potenzial

Gebhard Gritsch über . . . Potenzial

Artikel vom:

Gebhard, was ist Potenzial?
Potenzial ist für mich die Kombination aus physischem, mentalem und kognitivem Talent. Sportliches Potenzial hat also derjenige, der gute Gene mitbekommen hat; der über die Willenskraft verfügt, seine körperlichen Fähigkeiten zu fördern - und der schließlich intelligent genug ist, um sich selbst und sein Umfeld entsprechend zu organisieren.

Wenn ich diese drei Faktoren in Einklang bringe, kommt es automatisch zu sportlichen Höchstleistungen?
Dann sind sie jedenfalls möglich. Wenn man unter die Besten der Welt möchte, kommt es zudem darauf an, diese Höchstleistungen auch unter Druck und in schwierigen Situationen abzurufen.

Gibt es Hinweise, die mehr Potenzial andeuten, als ich gegenwärtig nutze? Oder ist das schon ein Mangel an Potenzial, wenn ich das nicht erkenne?
Tja ... gute Frage. Wichtig wäre erst einmal, dass ich an mein Potenzial glaube. Und dann muss ich sehen, welche Bereiche meines Potenzials für meinen Sport wichtig sind. Beim Laufen sind das andere Bereiche als bei Ballsportarten. Potenzial ist fast immer vorhanden. Den Supermenschen, der alle Bereiche zu hundert Prozent abdeckt, den gibt es sicher nicht.

Haben wir nicht alle viel mehr Potenzial, als wir es für möglich halten?
Das Potenzial ist bei den meisten Menschen deutlich größer, als sie davon abrufen. Aber die soziale Einschränkung des Umfeldes, das Aufwachsen in verschiedenen Kulturen erlaubt vielen nicht, sich voll zu entwickeln.

Worauf muss der Fokus liegen, wenn ich mich verbessern will: Soll ich meine Schwächen beseitigen oder die Stärken intensivieren?
Erst einmal muss ich wissen, wohin ich will. Ich muss wissen, wie weit ich davon entfernt bin. Und ich muss wissen, was ich tun muss, um dort hinzukommen. Viele junge Sportler wissen das nicht wirklich. Die wollen einfach nur richtig gut werden, aber das ist kein besonders gezieltes Vorhaben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du warst viele Jahre in Fernost, hast Tennisakademien in Macau, auf den Philippinen und in Indonesien geführt. Wie sehr hat die asiatische Kultur dein Trainingsverständnis geprägt?
Ich versuche, jeden Sportler holistisch zu sehen und glaube an den ganzheitlichen Ansatz. Es macht einfach keinen Sinn, den Körper in Teile zu zerlegen, diese dann einzeln zu trainieren und für sich zu bearbeiten. Bei einem Spitzensportler trainiert man den Geist. Darüber lernt er, die Fähigkeiten seines Körpers anzuwenden. Es ist ein Gesamtsystem - und das gilt es zu fördern.

Du betreust mit Novak Djokovic den derzeit besten Tennisspieler der Welt, der erst jetzt bei seinem Australian Open-Sieg seine unglaubliche Fitness demonstrierte. Wie fördert ihr bei ihm das Gesamtsystem?
Wir trainieren weniger Details als vielmehr einen ganzen Bereich. Dabei beurteilen wir einzelne Komponenten nicht zu kritisch, sondern sehen einfach mal, was überhaupt möglich ist.

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Also nicht immer nach Lektion A in Schulbuch B arbeiten ...
Richtig. Novak hat beispielsweise zahlreiche Schlagbewegungen, die die meisten Trainer niemals akzeptieren würden. Von der Biomechanik her, von der ganzen Technik. Aber er ist damit erfolgreich. Er kann seinen Körper in Extremsituationen beherrschen und den Ball kontrollieren. Dieses Potenzial würde man bei ihm unterdrücken, wenn man sein Training in ein Korsett aus exakten Vorgaben schnürt.

Ist das ein Fehler, den viele begehen?
Mir würde niemals einfallen, meine Kollegen zu kritisieren. Ich weiß nicht, in welcher Situation sie sind, warum sie etwas tun und was ihre Zielsetzung ist. Es gibt kein Richtig oder Falsch.

Und bei Hobbysportlern? Denkst­ du dir nicht manchmal: Mein Gott, was machen die denn da?

Das kommt schon vor. Man sieht Fitnessübungen, die einfach nicht funk­tionieren können. Bei denen man davon ausgehen muss, dass sich einer weh tut oder das Kreuz verrenkt. Aber generell ist jeder Hobbysportler, der sich bewegt und Spaß daran hat, ein echter Star für mich. Denn er macht genau das Richtige.

Nur auf einem anderen Level ...
Aber eben das ist das Gute daran. Es ist doch viel lustiger, ein Amateur zu sein. Ich kann mir aussuchen, wo ich wann meinen Sport betreibe. Als Profi musst du dich an Regeln halten, den Vorgaben von Organisationen folgen und dein Leben danach ausrichten. Deshalb kann man Hobbysportler nur beneiden. Sport aus Spaß zu betreiben, ist grundsätzlich die ideale Konstellation.

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