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Erlebniswelt Berg: Zwischen Adrenalin und Meditation

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Outdoorsport als Urlaubsthema boomt. Doch was wünschen sich die Gäste im Jahr 2016 eigentlich: Naturerlebnis, Adrenalinkicks oder digitale Vernetzung? SPORTaktiv hat sich in der Tourismusbranche umgehört, um herauszufinden, was sportliche Gästegruppen heute in der sommerlichen Bergwelt suchen – und finden wollen.

Von Verena Dietmaier


Die Zahl der Menschen, die im Sommer in den Bergen einen Gegenpol zum Alltag suchen, steigt. Wobei der Gipfel noch lange nicht erreicht ist, wie Experten voraussagen. Dass die Berge als Urlaubsthema ziehen, ist gleichzeitig nicht gerade neu. Geändert hat sich aber die Qualität des Bergtourismus.

Die erste These, die dabei als gesichert gelten kann: Das Durch­schnittsalter sinkt. Und die zweite: Die Bereitschaft der Gäste, sich das Erlebnis in den Bergen auch etwas kosten zu lassen, hat sich im Vergleich zu guten alten Sommerfrische-Zeiten deutlich erhöht. „Stimmt, die Gäste des alpinen Mostviertels sind um einiges jünger als in früheren Zeiten. Waren vor 20 Jahren bei uns noch eher die Gäste typisch, die in Gewerkschaftsheimen nächtigten, so kann man heute einen hohen qualitativen Anspruch beim Urlaubsgast feststellen", bestätigt zum Beispiel Andreas Purt, Leiter der niederösterreichischen Tourismusregion Mostviertel.

Die jüngeren Gäste von heute wollen einen Bergurlaub, der erlebnis­orientierter ist als das „gute, alte Wandern". Sprich: Action und Adrenalinkicks – sollte man zumindest annehmen. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: „Der moderne Bergurlauber ist multioptional. Er entscheidet – je nach Stimmungslage und Tag – ob er sich eher entspannen oder ein Aktivprogramm machen möchte", weiß etwa Ingeborg Schnabl von der Kärntner Tourismusregion Nassfeld-Lesachtal-Weissensee.

MODERNE ERLEBNISWELTEN
Es sind zwei Pole, die gesucht werden und die nur auf den ersten Blick einen Widerspruch bilden: Erlebnis einerseits und Rückzug von der Hektik des Alltags andererseits. „Die heutige Outdoor-Erlebniswelt muss perfekt inszeniert, spannend und einfach zu erreichen sein", stellt Tourismusexperte Philipp Walcher von der Tourismusregion Ramsau-Dachstein fest.

Der kleine Ort am Fuße des Dachsteins positioniert sich unter anderem als „Wiege des Klettersteigsports", mit großem Angebot in dieser Trendsportart. Der eine oder andere spektakuläre Flying Fox für Adrenalinkicks darf dabei nicht fehlen. Die Ramsau bietet auch gerade Familien und den jüngsten Gästen neue Angebote, wie einen Erlebnis-„Spielplatz" oder einen Kinderklettersteig.

Andererseits sieht Walcher auch die folgenden, durchaus traditionell klingenden Werte stark nachgefragt: „Schöne Landschaft, authentische Gastgeber, Sicherheit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis." Apropos Sicherheit: Um das Klettersteiggehen für Gäste sicherer zu gestalten, hat die Ramsau vor zwei Jahren gemeinsam mit der örtlichen Bergrettung den „Klettersteig-Schein" eingeführt – ein spezieller, vom Tourismus finanziell unterstützter Kurs, der auf freiwilliger Basis absolviert werden kann und der auch sehr gut angenommen wird.

... IM EINKLANG MIT DER NATUR
Wie in Ramsau am Dachstein ist der Wunsch der Gäste nach authentischem Naturerlebnissen vielerorts stark zu spüren. Auch die Tourismusregion Mostviertel mit ihrem Naturpark Ötscher-Tormäuer kann damit bei den neuen Gästegruppen punkten: „Auch Weitwanderwege gewinnen deutlich an Bedeutung. Gäste möchten von A nach B wandern und dabei auch eine gewisse Distanz zu Fuß oder per Rad bewältigen", erzählt Andreas Purt.

Dieser Boom des meditativen Weitwanderns ist zugleich auch ein klarer Beweis, dass selbst bei den Jungen am Berg eindeutig nicht nur der nächste Adrenalinkick zählt.

Rar gewordene Landschaften erkunden, und das in aller Ruhe und im Einklang mit der Natur, können Bergsportbegeisterte auch in den Wandergebieten der Kitzbüheler Alpen. „Als Region Mittersill bietet wir den Gästen heuer einen aufwendigen Wanderguide mit 65 beschriebenen Touren, die in die schönsten und einsamsten Regionen führen", sagt die Touristikerin Bettina Rumpold aus der „Nationalpark-Wanderdorf"-­Region Mittersill.

INDOOR-KOMFORTZONE
Doch nicht nur, was das Draußen betrifft, werden die Ansprüche der Gäste vielfältiger. Die Erholungs- und Wellnesswünsche sowie die Erwartungen an die Hotelbranche haben ein hohes Level erreicht und stellen Touristiker vor neue Herausforderungen. Die oft spektakulär gelöst werden, wie das „Gradonna Mountain Resort Châlets & Hotel" beweist: Eingebettet in die Berglandschaft Osttirols trifft dort moderne Architektur auf pure Natur. Das Vier-Sterne-Resort funktioniert nach dem Prinzip eines „One-Stop-Shops" für seine Gäste: Ein SPA-Bereich findet sich in jedem einzelnen Châlet, eine großzügige Wellness-, Bade- und Saunalandschaft im Hotel – und vor dem Haus ist die direkte Anbindung an die Wanderwege und das Großglockner Resort Kals-Matrei. Das alles sorgt für einen hohen Wohlfühlfaktor, den Martha Schultz von der Schultz-Gruppe, der das Gardonna Mountain Resort gehört, auch mit Kleinigkeiten zu verstärken weiß: „In jedem Zimmer befindet sich auch ein Leihrucksack und für jeden Gast gibt es eine Jause zum Mitnehmen."

Als „Familien-Joker" der Schultz- Gruppe erweist sich indes die Vier- Stern-Superior-Dolomiten-Residenz Sporthotel Sillian. „Es gibt besonders für die jungen Gäste ein Natur-Abenteuer-Programm, das täglich neu auf das Wetter und das Alter der Gäste abgestimmt wird", erzählt Schultz. Doch Komfort und Serviceleistungen allein sind heute noch keine Erfolgsgaranten. Martha Schultz' Gesamt­eindruck: „Der moderne Sommerurlaubsgast möchte unbedingt auch unsere Gastlichkeit authentisch spüren und erleben."

DRAUSSEN IM NETZ
Neben den vielfältigen Angeboten an Abenteuern – outdoor wie indoor – wollen viele moderne Bergsportler das Erlebte mit Freunden und Kollegen teilen und kommunizieren. Während einige das Handy draußen bewusst ausschalten, ist auch im Sommer-Bergsport ein Trend in die andere Richtung zu bemerken: Viele, die heute in den Bergen unterwegs sind, möchten ihre Erfahrungen und ihr Wissen den Mitgliedern ihres Netzwerks näherbringen – und zwar, wenn möglich, in Echtzeit. Es findet ein reger Informationsaustausch bezüglich Wetterbedingungen, Ausrüstung, Routenwahl und vielen anderen Faktoren statt.

Dabei ist einerseits (vor allem im Winter) der Faktor Sicherheit ein Thema – auf Kanälen wie Youtube kann man sich andererseits Videos von Sportlerkollegen anschauen, Techniken, Tricks oder Trainingsmethoden erlernen und sich Inspirationen für die eigenen Abenteuer holen.

Das Erlebnis wird geteilt – und geteilte Freude ist doppelte Freude, auch später, wenn man sich die eigenen Videos wieder einmal anschaut und in Erinnerung ruft. Den Zweck, den früher das geknipste Foto innehatte, erfüllt heute auch das Youtube-Video.

Man sieht: Frische Luft, klares Wasser, urige Hütten, naturbelassene Landschaften und traumhafte Panoramaaussichten sind keine „alten", sondern zeitlose Werte, die sich mit Adrenalinschüben und neuesten Technologien durchaus „smart" vereinen lassen. Auch für die digitale Generation ist und bleibt das Bergland Österreich nämlich eines: ein Eldorado, das unvergessliche Naturerlebnisse und Abenteuer bereithält.


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