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Die ÖGSE klärt auf: Trends und Mythen der Sporternährung / Bild: iStock / djiledesign

Die ÖGSE klärt auf: Trends und Mythen der Sporternährung

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Um optimale „Treibstoffe" für Sportler ranken sich viele Mythen und Gerüchte. Als Gegenpol dazu will die Österreichische Gesellschaft für Sporternährung (ÖGSE) das Fachwissen, das durch Studien abgesichert ist, unter die Sportler bringen. Jetzt fand das 1. ÖGSE-Symposium unter dem Titel „Trends in der Sporternährung" statt – wir fassen die wichtigsten Inhalte zusammen.

Von Christof Domenig


Sporternährung ist ein weites Feld, das von der täglichen, ans Sportpensum angepassten Nahrungsaufnahme bis zum Nahrungsergänzungsmittel, und vom Hobby- bis zum Hochleistungssport reicht. Dementsprechend kursieren gerade unter Freizeitsportlern viele Meinungen und Mythen, aber wenig gesichertes Wissen. Vor diesem Hintergrund formierte sich 2013 die Österreichische Gesellschaft für Sporternährung (ÖGSE). Ziel des Vereins ist es, „evidenzbasiertes" (wissenschaftlich abgesichertes) Wissen unter die Sportler zu bringen. Auch mit Hilfe von SPORTaktiv, das Medienpartner der ÖGSE ist.

Im Frühling 2016 ging das 1. ÖGSE-Symposium als bislang größte Sporternährungs-Fachveranstaltung in Österreich mit namhaften Vortragenden über die Bühne. Ein Highlight in der jungen ÖGSE-Geschichte – und SPORTaktiv war bei dem Symposium mit dem Titel „Trends in der Sporternährung" natürlich vor Ort. Die Veranstaltung, die 300 Besucher aus ganz Österreich nach Graz brachte, zeigte auch deutlich, wie breitgefächert das Thema Sporternährung ist: ÖGSE-Gründer DDr. Manfred Lamprecht, im Hauptberuf Nährstoffforscher, machte etwa gleich in seinem Eingangsstatement klar, dass man die Thematik nicht nur mit Blick auf Leistungsfähigkeit, sondern auch auf die Gesundheit betrachten müsse. Außerdem wolle die ÖGSE „allen kursierenden Mythen wissenschaftlich basiert gegensteuern".

VEGAN ODER STEINZEIT?
Erste Vortragende war Jane Bergthaler, ,MSc, Diätologin mit Schwerpunkt Sport. Die Expertin nahm sich zwei Ernährungstrends vor, die derzeit durchaus auch in (hobby-)sportlichen Kreisen beliebt sind: Veganismus und „Paläo"-Ernährung. Und sie ergründete aus Sicht der Wissenschaft, inwiefern sich diese beiden Ernährungsweisen auch für Sportler wirklich eignen. „Auf tierische Produkte zu verzichten, hat zum Teil tatsächlich gesundheitliche Vorteile", beschied die Expertin zum Beispiel der veganen Ernährungsweise, betonte andererseits aber auch die Gefahren: „Das Risiko eines Nährstoffdefizits ist hoch, die Notwendigkeit, manche Nährstoffe zu supplementieren, kaum zu vermeiden."

Positiv an der veganen Ernährungsform sieht Jane Bergthaler den üblicherweise hohen Kohlenhydratanteil („als Energiesubstrat für jeden Menschen"), auch mit den meisten Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen seien Veganer in der Regel gut versorgt. „Als Nachteil ist ein tendenziell zu hoher Fettanteil bei zu geringem Eiweißanteil in der Nahrung festzuhalten. Und bei Vitamin B12, Vitamin D oder Kalzium ist die Gefahr, mangelhaft versorgt zu sein, relativ hoch." Die „Paläo"-Ernährung, die sich an einer (angenommenen) Ernährungsweise der Steinzeit orientiert, sieht die Diätologin noch um einiges kritischer.

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Üblicherweise werden bei der „Steinzeit-Ernährung" vor allem alle Getreideprodukte, aber zum Beispiel auch Hülsenfrüchte vom Ernährungsplan verbannt. „Hier erschwert ein zu geringer Anteil an Kohlenhydraten die Energieversorgung für Sportler deutlich", hielt Jane Bergthaler fest. Umgekehrt sei der üblicherweise sehr hohe Eiweißanteil dieser Ernährungsform vom gesundheitlichen Apsekt als kritisch einzustufen: Über 35 Prozent der zugeführten Nahrungsenergie dauerhaft aus Eiweißquellen zu beziehen, würden starke Belastungen für Leber, Nieren sowie das Herz-Kreislauf-System bedeuten.

Resümee der Expertin zu beiden „Trend"-Ernährungsweisen: „Man muss sich wirklich gut auskennen oder professionell begleiten lassen, um sich damit als Sportler gesund zu ernähren und optimale Leistungen erbringen zu können. Als dauerhafte Ernährungsformen sind beide deshalb gerade für Sportler nur bedingt geeignet." Auf die übliche Mischkost zurückzugreifen, ohne bestimmte Lebensmittelgruppen vom Speiseplan zu streichen, biete jedenfalls nach wie vor die beste und praktikabelste Basis, um sich als Sportler gut zu versorgen.

STRAPAZIERTES IMMUNSYSTEM
Einblicke in die Welt des Hochleistungssports gab der zweite Vortragende: Dr. Gerhard Zallinger coacht unter anderem das ÖFB-Nationalteam in Ernährungsfragen. Der Sportwissenschafter hielt zunächst fest, dass sich die Belastungssituation im Fußball in jüngeren Jahren von einer Ausdauer- zu einer multiplen Sprintsportart gewandelt habe. Hohe „Wettkampfdichte" mit kurzen Regenerationszeiten, ständige Reiseaktivitäten, späte Spielzeiten unter Flutlichtbedingungen sowie viele weitere externe Belastungen nannte Zallinger: „Damit ist der Profifußball mit kaum einer anderen Sportart vergleichbar und daher kommt auch der Ernährungsweise eine extrem hohe Bedeutung zu." Vor allem, um bei der Vielzahl der Belastungen das Immunsystem aufrechtzuerhalten, Infekten und Verletzungen vorzubeugen.

„Wenn ein Stammspieler einer Champions-League-Mannschaft ausfällt, beträgt der Schaden durchschnittlich € 100.000,– pro Woche", zitierte Zallinger aus einer aktuellen Studie. Im internationalen Spitzenfußball werde daher ein entsprechend hoher Aufwand in Ernährungsfragen betrieben – „vom individuellen Ernährungsplan für jeden Spieler über die gesunde Versorgung durch einen Teamkoch bis zur ganzjährigen Supplementierung, beispielsweise mit Obst- und Gemüsepulver".

KUNST DES TRINKENSGerade im Sommer ist richtiges Trinken im Sport ein „heißes“ Thema. / Bild: iStock / pablocalvog
Nach diesem Exkurs in die Welt des Profisports konnten Hobbyathleten vom dritten Vortrag wieder direkt profitieren: Es ging um das Thema der richtigen Flüssigkeitsversorgung im Sport. Wann, was und vor allem: wie viel beim Sport trinken? Mag. Isabella Grabner-Wollek vom IMSB Austria in Maria Enzersdorf bot hier einen kompakten Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft und stellte gleich eine wichtige Regel auf: „Innerhalb einer Stunde sollten 150 Prozent der durch Schwitzen verlorenen Körpermasse mit den passenden Getränken aufgefüllt werden." Die Expertin empfiehlt dazu jedem Sportler, seinen individuellen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen möglichst genau kennenzulernen. „Das funktioniert, indem man sich regelmäßig vor und nach dem Sport wiegt. Schweißverluste können nämlich sehr unterschiedlich sein und je nach Typ und äußeren Bedingungen zwischen 0,5 und 3 Liter betragen".

Unter den Elektrolyten kommt Natrium die wichtigste Rolle zu, betonte Grabner-Wollek: „Manche Sportler sind zudem ‚Salty Sweater', die noch deutlich erhöhte Salzverluste aufweisen. Auch gilt: Je heißer es ist, desto höher ist der Natriumbedarf. Wenn es dem Körper an Natrium mangelt, kann der Organismus die zugeführte Flüssigkeit in mehrerlei Hinsicht schlechter verwerten. Bei jedem selbstgemachten Sportgetränk gehört deshalb eine Messerspitze Salz dazu." So einfach mixt man sich ein Sportgetränk selber: „920 ml Wasser, 80 ml Sirup und eine Messerspitze Salz ergeben ein Sportgetränk mit 60 g Kohlenhydratanteil."

„WEIGHT-MANAGEMENT"
Dass Fragen der Sporternährung auch für reine Gesundheitssportler und sogar Nichtsportler relevant sein können, bewies DDr. Michael Ofner. Der Mediziner widmete sich der Frage, wie mit angepasster Ernährung und gezielter Bewegung Übergewicht vorgebeugt oder in den Griff bekommen werden kann. Ofner plädierte vor allem für einen „ganzheitlich bio-psycho-sozialen"-Ansatz: „Die individuellen Bedürfnisse, Zeitressourcen oder Motivationsfaktoren der Betroffenen sollten in medizinischen Abnehmprogrammen noch viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Die Energieaufnahme müsste intelligent reduziert und gleichzeitig der Energieverbrauch durch ein spezifisches Sportprogramm erhöht werden."

Sportlich hält Ofner drei bis vier wöchentliche Einheiten für ideal, „mit möglichst unterschiedlichen Inhalten, vom Ausdauer- über Intervall- bis zum Kräftigungsprogramm, das auf möglichst große Muskelgruppen zielt." Als dritte Säule mahnte der Experte aber die fachmännische Begleitung ein. Dieses „Weight-Management" müsse sich in zwei Phasen abspielen – „einer ersten Phase mit rasch greifbaren Abnehmerfolgen, um die Motivation hochzuhalten; und einer ,Follow-up-Phase', in der dann erfolgreich der Lebensstil geändert wird."

WERBUNG VERSUS WISSENSCHAFT
Dass es beim Thema Sporternährung auch um die klassischen Supplemente geht und dieses Thema viele Freizeitsportler brennend interessiert, ist auch klar. Mit Spannung war also der letzte Vortrag des Nachmittags erwartet worden – ÖGSE-Gründer DDr. Manfred Lamprecht selbst widmete sich dem Thema „Was versprechen Hersteller von speziellen Sportsupplementen – und was davon ist wissenschaftlich auch nachgewiesen?" Gleich das erste Urteil lautete: „Manche ,Claims', also Versprechen der Hersteller, sind tatsächlich schlüssig und bewiesen – für andere wieder findet sich kein Nachweis." Und Lamprecht präsentierte ein paar bekannte Beispiele aus dem Bereich sportlicher Nahrungsergänzungsmittel im „ÖGSE-Check":

Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA)Hier versprechen Hersteller unterschiedlichste Effekte wie verbesserten Muskelaufbau, schnellere Regeneration, Immunstabilisierung oder eine Wirkung als Fatburner. Manfred Lamprecht: „Aber es gibt keine Studie, die einen Mehrwert belegt – zumindest nicht, wenn ohnehin hochwertiges Eiweiß, wie z. B. Topfen, zur Verfügung steht."
Nitrat, Nitrit, Roter RübensaftDie Anbieter versprechen gefäßerweiternde Wirkung, bessere aerobe Leistungsfähigkeit, schnellere Regeneration. „Diese Effekte sind gut nachgewiesen, kommen aber nur bei moderat Trainierten zur Geltung." Aufpassen: Die optimalen Effekte stellen sich laut Studien bei einer Nitratdosis ein, die als krebserregend eingestuft wird!
KoffeinGilt vor allem als aufmerksamkeits- und konzentrationssteigernd – „und diese Effekte sind wissenschaftlich auch gut nachgewiesen".
ProbiotikaDie lebenden Mikroorganismen sollen das Immunsystem stabilisieren und die Darmwandfunktion unterstützen. „Beides ist nachgewiesen – allerdings gibt es auch einen ‚Wildwuchs' an Präparaten. Man sollte darauf achten, nur Produkte zu verwenden, die in klinischen Studien auch wirklich Effekte gezeigt haben."
ZeolithDas Vulkangestein wird als Mittel zur Entgiftung, als Unterstützung für den Glukosestoffwechsel und als regenerationsfördernd verkauft. Der ÖGSE-Gründer dazu: „Neuere Erkenntnisse brachten positive Effekte auf die Darmwand zum Vorschein. Zu anderen versprochenen Effekten gibt es derzeit kaum noch klinische Sportstudien." Auch hier gilt die Empfehlung des Experten: „Wenn, dann sollte man auf das getestete Originalprodukt zurückgreifen. Manche Zeolith-Produkte enthalten höhere Aluminiumkonzentrationen, die gesundheitlich bedenklich werden könnten."

  

ÖGSE - Österreichische Gesellschaft für Sporternährung / Bild: www.oegse.atDAS IST DIE „ÖGSE"

DIE „Österr. Gesellschaft für Sporternährung" hat sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung weiterzugeben: Zielgruppen sind Ernährungs- und Sportexperten genauso wie Leistungs- und Hobbysportler. Der Wissenstransfer erfolgt über diverse Aus- und Weiterbildungen, aber auch über Medien wie SPORTaktiv.
Jede/r Interessierte kann auch Mitglied der ÖGSE werden. Mitglieder genießen diverse Vorteile – wie zum Beispiel: Zugang zum Exklusivbereich der Homepage (mit Fachinhalten und Publikationen zum Download) oder Ermäßigungen bei Veranstaltungen.

KONTAKT: www.oegse.at



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