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Die neue Leichtigkeit beim Mountainbiken / Bild: Graubünden Tourismus

Die neue Leichtigkeit beim Mountainbiken

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Dass Mountainbiken ein touristisch schwergewichtiger Sommersport ist, ist ja nicht neu. Jetzt aber begeistern ausgerechnet schmale Wege eine immer breiter werdende Phalanx an erlebnishungrigen Bikern: Die Kombination aus leicht zu fahrenden Singletrails und radfreundlichen Seilbahnen sorgt für einen neuen Flow in unseren Bergen.


Es herrscht eine große Aufbruchstimmung im Mountainbikeland Österreich“. Mit dieser Aussage lässt Kurt Exenberger, Bikeguide-Pionier und Geschäftsführer der Bikeacademy in Kirchberg/Tirol, aufhorchen. Der Grund ist leicht erklärt: „Einerseits werden immer mehr Singletrails eigens für Biker gebaut, andererseits entdecken immer mehr Bergbahnen die zahlungskräftigen Mountainbiker als Alternative zum stagnierenden Wintergeschäft bzw. zum stagnierenden Wandergeschäft im Sommer“.
Auch Wolfgang Krainer, Gründer der Sportschule Krainer in Feld am See in Kärnten, bestätigt diesen Trend: „Unsere Mountainbikegäste werden immer professioneller und haben ein hohes Interesse an Singletrails. Mit normalen breiten Forststraßen gewinnt keine Aktivsportregion den Kampf um die Biker dieser Erde. Unser Durchschnittskunde will rund 1.000 Höhenmeter und 30 Kilometer pro Tagestour zurücklegen, wenn möglich auf flüssigen, naturnahen Singletrails. Da Mountainbiker meist nur übers Wochenende kommen, reichen vorerst fünf lässige Biketouren, davon drei coole Singletrails, um als Aktivsportregion in der Oberliga mitzuspielen. Aber das ist erst der Anfang, wir dürfen nicht stillstehen. Am Beispiel der ,Nockbike‘-Region rund um Bad Kleinkirchheim: Die war vor 20 Jahren österreichweit Vorreiter – und plant jetzt intensiv die nächsten attraktiven Trails.“

TOP-SINGLE-TRAIL-REVIERE
Mountainbikeregionen müssen also investieren, will man im nationalen und internationalen Konzert der Topreviere mitspielen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zum investitionsintensiven Wintertourismus reichen im Sommer biketransportierende Bergbahnen und einige wenige, vor allem auch leicht zu fahrende Singletrails, um im Ranking der Bikeurlauber vorn dabei zu sein. In Österreich steht die Region Saalbach-Hinterglemm/Leogang seit Jahren ganz oben am Podest: Waren es zu Beginn reine Downhiller im Bikepark, so fahren immer mehr Normalo-Biker ins Bike-Eldorado in Salzburg, um Highlights wie die „Big-5 Strecke“ oder den ganz neuen und verlängerten flowigen „Hacklbergtrail“ zu erleben. Die „ON AIR“-Trails im Bikepark Wagrain versprechen ebenfalls flowige Trails für Spaß auf jedem Level.
In Tirol, wo es 6.800 km markierte MTB-Strecken, aber nur 140 km ausgewiesene Singletrails gibt, wurden unlängst eigene Regeln für die Errichtung von Singletrail-Routen definiert. Ziel ist eine erweiterte Beschilderung von fahrbaren Bikepfaden im Alpinbereich. Und die großen Tourismusregionen springen bereits voll auf den Sommertrend auf: Sölden im Ötztal etwa wirbt konkret mit dem „ganz großen Singeletrail-Abenteuer“ und einem eigenen Guide, wo 15 beschilderte Singletrails auf 26 km Länge beschrieben sind. 
Serfaus-Fiss-Ladis investierte in den letzten Jahren rund 2 Millionen Euro, um mit dem neuen Bikepark und den fünf neuen Singletrails ein breites Bikerpublikum anzusprechen. Kirchberg in den Kitzbüheler Alpen bietet vier Singletrails exklusiv für erlebnishungrige Biker an: Am schon berühmten „Fleckalmtrail“ tummeln sich an manchen Tagen bis zu 300 Radler. In Kärnten war außerhalb der Nockbike-Region lange Zeit Funkstille, ab 16. August gibt’s dafür mit dem neuen „Flow Country Trail“ auf der Petzen in Südkärnten eine einzigartige Premium-Bikestrecke. Und auch ein Blick über die Grenzen zeigt deutlich, wie es läuft: Da sicherten sich Whistler Mountain in Kanada, Graubünden in der Schweiz und Livigno in Italien frühzeitig die Spitzenposition als Top-Bikereviere – immer mit der gleichen Erfolgskombination: Auf der einen Seite die Bergbahnen, die den Transportbedarf erkannt haben und auf der anderen Seite leicht zu fahrende Singletrails, die für echten Erlebniswert sorgen. Eine beeindruckende Zahl liefert die Livigno-Bergbahn, wo im Vorjahr an einem einzigen Septembertag über 500 Mountainbiker gezählt wurden.

FLOWTRAILS SIND GEFRAGT
Warum aber boomen plötzlich vielerorts die Singletrails? Die Antwort ist ganz einfach: Je leichter, spaßiger und damit erlebnisreicher ein Biketrail zu befahren ist, desto mehr Biker zieht man damit an. Ganz oben auf der Wunschliste der Biker stehen sogenannte Flowtrails, wo jeder Biker flüssig ohne Stehenbleiben den „Flow“ erleben kann. Den Ursprung haben solche Flowtrails in den USA, Kanada und Wales, aber auch der Osten zieht nach: Das tschechische Singletrail-Mekka „Pod Smrkem“ liegt in einem 150-Einwohner-Dorf, zieht aber aufgrund der gut ausgebauten und legalen Singletrails pro Jahr rund 30.000 Mountainbiker an. Mit den gängigen „Bikeparks für Downhiller“ haben diese flowigen Singletrail-Orte nichts gemeinsam; die immer größer werdende Community der Singletrailer rekrutiert sich vielmehr aus den Touren-, Allmountain- und Enduro-Bikern. Und auch an sich rein leistungs- und rennorientierte Hardtailfahrer genießen vermehrt das Erlebnis von schmalen Pfaden, die technisch leicht bis mittelschwer zu befahren sind. Mountainbike-Ikone Hans Rey erfand sogar den spezifischen Begriff „Flow Country Trail“, der in Livigno vom Trailbauer Diddie Schneider in die Tat umgesetzt wurde. „Ein richtig gebauter Flow Country Trail“, erklärt Hans Rey, „vermittelt ein spaßiges Achterbahn-Feeling auf Strecken ohne Steine und mit vielen Steilkurven. Das beste ,Gütesiegel‘ für einen guten Flow Country Trail? Die Fahrer dort haben immer ein breites Lächeln im Gesicht ...“

DIE KLASSIFIZIERUNG
Die hohe Nachfrage nach Mountaibike-Singletrails bringt klarerweise einen großen Bedarf nach Orientierung mit sich. Eine vermeintlich erlebnisreiche Spaßabfahrt wird schnell zum Horror, wenn das Bike dann auf sehr schwierigen Abfahrten getragen und geschoben werden muss. Abhilfe schafft hier die „Singletrail-Skala“, die alle Trails in die sechs Schwierigkeitsgrade (sogenannte „S-Grade“) von Null bis Fünf einteilt. „Leicht“ zu fahren sind die Grade S0 und S1, „Mittel“ wird durch S2 definiert und „Schwer“ beinhaltet alle darüber hinausgehenden S-Grade. Ein Tipp dazu: Die genauen Definitionen findest du auch auf www.singletrail-skala.de. Übrigens: Marktstudien belegen, dass 90 Prozent der Mountainbiker Singletrails der Stufen Null bis Zwei wollen – wirklich schwierige Singletrails sind ein Minderheitenprogramm.

EIN AUSBLICK
Werden die zwei wichtigsten Bedürfnisse – leicht zu fahrende Singletrails und Bergbahn-Transportmöglichkeit – von der Tourismuswirtschaft ernst genommen, dann werden die Mountainbiker einen immer höheren Stellenwert im Sommertourismus einnehmen. Ein Vergleich öffnet Augen: Im Winter ist Tourismus-Österreich stolz auf über 300 große und bekannte Skigebiete – im Sommer sind es derzeit nur wenige Regionen, die eine echt authentische Mountainbike-Infrastruktur anbieten. Die To-do-Liste der Touristiker ist also noch lang …


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