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Laufbegleiter Internet

Die Laufbegleiter aus dem Internet

Artikel vom:

Nicht die Kälte ist der Feind des Läufers im Spätherbst und Winter: Schließlich gibt es ja warme Laufbekleidung. Nein, mir geht in erster Linie die Dunkelheit an die Nieren. Bei Dämmerlicht ins Büro, bei Finsternis wieder heim – wie soll da noch Trainingslust aufkommen? Andererseits ist ja bekannt, dass Laufen das beste Antidepressivum ist. Bevor mich also die Winterdepression endgültig erwischt, hab ich mich nach ­Motivatoren fürs Laufen umgeschaut. Und zwar im World Wide Web ...

KANDIDAT 1: ADIDAS MICOACH

Einen virtuellen „Personal Coach“ fürs Laufen verspricht adidas mit seinem „Micoach“ – genau das Richtige für mich! Nur ins Internet einzusteigen, ist allerdings zu wenig, um den Coach in Anspruch zu nehmen: Da finden sich auf der Micoach-Homepage zwar nette Tipps und Trainingspläne – richtig funktionieren kann es aber nur mit der Hardware. Um runde € 120,– bekommt man: einen Brustgurt für die Herzfrequenzmessung, einen Schrittsensor (an der Schuhschnürung zu befestigen) und als Herzstück einen so genannten „Pacer“, der die Daten aufnimmt, uns Anweisungen gibt und bis zu zehn Trainingseinheiten speichern kann. Spätestens dann überträgt man die Daten vom Pacer auf die persönliche Micoach-Website.

Umgekehrt kann man von der Homepage Trainingspläne auf den Pacer übertragen, um dann während des ­Laufens akustisch gesteuert zu werden. Bevor man allerdings starten kann, muss man die Manager-Software von ­adidas micoach auf den PC speichern und den Pacer mit dem Computer synchronisieren. Das funktioniert bei vielen wahrscheinlich problemlos – ich brauchte zwei Stunden und die Hilfe einer Bekannten mit Informatik-Ausbildung (Danke, Heidi), um herauszufinden, dass der Pacer die neueste Java-Version verlangt. Zur Website: Die Micoach-Homepage unterteilt sich grob in die Bereiche „Planen“, „Verwalten“ und „Protokollieren“.

Sehr überzeugend habe ich den Bereich Trainingsplanung gefunden: Vom Abnehmen bis zum Marathontraining mit Zielzeit bleibt kein Wunsch offen. Und „Micoach“ nimmt auch Rücksicht auf persönliche Wünsche – die vielen Trainingsplan-Vorlagen machen, soweit von uns eingesehen, einen hochwertigen und abwechslungsreichen Eindruck. Auch gut: Trainieren kann man nach Herzfrequenz, Zeit, Distanz oder Geschwindigkeit. Hat man einen Trainingsplan ausgesucht und auf den Pacer übertragen, kann man loslaufen. Die Anweisungen für das Training erfolgen akustisch – etwa so: „Schneller werden bis zur grünen Zone“. Allerdings: Die von adidas je nach Belastung als „blaue“, „grüne“, „gelbe“ und „rote Zone“ definierten Bereiche sucht man als optische Anzeige vergeblich. Man wird nur darauf hingewiesen, wenn man zu langsam oder zu schnell unterwegs ist. Nach dem Training synchronisiert man den Pacer erneut mit dem PC und sieht seine Trainingseinheit automatisch protokolliert – dann weiß man auch (leider erst im Nachhinein), in welchem Herzfrequenzbereich man genau unterwegs war. Über dieses Manko tröstet die adidas-Homepage hinweg: Man kann Strecken suchen und selbst definieren, die einzelnen Trainingseinheiten sehr schön und detailliert nachvollziehen, einen „Schuhwarner“ einstellen oder mit anderen Micoach-Usern im Forum quatschen. Bloß „Schummeln“, also ein Training eintragen, das gar nicht stattgefunden hat, kann man nicht. Das heißt aber umgekehrt auch: Um auf ein Ziel seriös hinzutrainieren, muss man den Micoach bei jedem Training tragen. Dass mich beim Test der mitgelieferte Kopfhörer im Ohr drückte, animierte nicht gerade dazu. Aber zum Glück gibt‘s ja Ohrstöpsel um wenige Euro in jedem Elektronikhandel ... www.micoach.com

KANDIDAT 2: NIKE+

Mit der „größten Laufcommunity der Welt“ lockt Nike bei seinem Nike+! Also rein ins Vergnügen: Der einfachste Einstieg in die Nike+-Welt ist mit dem Nike+-Sportband (Kosten: ca. € 60,–). Da bekommt man allerdings nur einen Distanz­- messer und keine Herzfrequenzmessung, wie bei adidas. Dafür gibt‘s bei Nike die bei adidas vermisste optische Anzeige. Wer mit Nike herzfrequenzgesteuert trainieren will, braucht einen Polar-Trainingscomputer und einen „Wearlink+-Transmitter“ als Extrazubehör. Weitere Möglichkeiten, Nike+ zu nutzen, sind mit einem ipod Nano oder Touch oder mit dem iphone. Ach ja: Nike-Schuhe mit der Aussparung für den Bewegungssensor sollte man auch besitzen, sonst muss man die Befestigung für die Schuhschnürung dazubestellen. Hat man das nötige Equipment zusammen, dann muss man sich auch bei Nike+ registrieren. Die Website bietet dann unter anderem: Das Speichern und Darstellen von Trainingsdaten, Definieren eines Zieles, einen „Coach“ mit Trainingsplänen bis zum Marathon, ein Strecken-Tool und ein Forum.

Die Trainingspläne geben keine Herzfrequenz, sondern nur die Länge der Läufe vor – außerdem kann man beim Marathon nicht auf eine Zielzeit hintrainieren, sondern nur aufs Durchlaufen. Grundsätzlich macht das Nike+-Coaching ebenfalls einen guten, wenn auch eher auf Fun denn auf Trainingsernst ausgerichteten Eindruck. Spaß macht auf jeden Fall auch unser subjektives Highlight: das Community-Feature unter dem Menüpunkt „Wettbewerbe“. Man schließt sich einfach einer von unzähligen Gruppen an oder definiert eine neu – und läuft Kilometer gegeneinander oder für sich selbst; man schaut zu, wie sich die Kilometer summieren und kämpft sich (bei entsprechendem Fleiß) in der Rangliste nach vorn. In der Praxis ist Nike+ also ein Spaß machender Kilometerzähler. Will man aber mehr davon haben, dann braucht man Zusatzgeräte (von Apple oder Polar). Vielleicht heißt‘s auch deshalb Nike PLUS ... www.nikerunning.com

KANDIDAT 3: JOGMAP

Wer günstiger nach Motivationshilfen im Netz sucht, der findet auch Portale, an denen man kostenlos partizipieren kann –„Jogmap“ ist eines davon. Eine Kernkompetenz von Jogmap sind Laufstrecken: User können sie in „Google-Maps“ anlegen und der Webcommunity schmackhaft machen. Andere können dann die Vorschläge bewerten. Wem die eigene „Hausstrecke“ schon beim Hals heraushängt, sollte mal reinschauen. Weiters kann man auf Jogmap ein Online-Trainingstagebuch führen und natürlich auch bloggen, diskutieren und sich zu Gruppen vernetzen.

Leider ist das Ganze graphisch nicht so einladend wie bei den „Großen“ adidas und Nike. Mich hat das Jogmap-Angebot trotz aktiviertem „Schweinehund-Alarm“ (kommt per E-Mail) und weiteren netten Möglichkeiten letztlich nicht wirklich auf die finstere Laufstrecke getrieben. www.jogmap.de

Fazit: Wer Investitionen nicht scheut, bekommt von adidas und Nike durchaus Trainingshelfer beigestellt, die den Laufalltag auflockern und bereichern können. Ich habe jedenfalls nach den Tests meinen besten Laufkumpel angerufen, um auch ihm die Techno-Coaches vorzuführen. Und er hat mich am Ende zu einer spätherbstlich-dunklen Laufrunde überredet. Ohne Coach. Der menschliche Motivator ist halt immer noch der beste ...

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