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langen Leine

An der langen Leine

Artikel vom:

Ein wenig wirkt es wie beim Einsteigerkurs auf der Driving Range, wenn lernwillige Menschen zum ersten Mal eine Angelrute zum Fliegenfischen-„Training“ in der Hand haben und die dafür unerlässliche Kunst des Werfens ausprobieren. Und auch die ersten Versuche können ähnlich kläglich sein: Da wie dort gibt‘s wirkungslose „Luftschläge“, dahinhoppelnde Golfbälle sind allerdings weniger ärgerlich als eine Angelleine, die sich ein ums andere Mal in einem natürlichen Hindernis verwickelt.

Verzweiflung ist aber bei den Novizen im Fliegenfischen genauso wenig angebracht wie bei Golfanfängern: Nach zwei bis drei Tagen unter professioneller Anleitung hat man in der Regel genügend Erfolgserlebnisse gefeiert, um sich selbstständig fortzubilden. Die „Platzreife“ ist erreicht, heißt es dann im Golfsport – als Jung-Fliegenfischer kann man sich ebenfalls nach kurzer Zeit schon selbstständig mit der Angelrute an eines der (zugelassenen) Gewässer stellen. Und wie der Golfer wird auch der einsichtige Fischer wissen: „Ich muss noch fleißig üben, wenn ich es auch einmal schaffen will, den Köder mit einem einzigen eleganten Schwung zielgenau auf einem gewünschten Punkt zu platzieren.“

 

Dass manche allein schon bei der Vorstellung, zu dieser Jahreszeit bis zu den Oberschenkeln in einem eiskalten Fließgewässer zu verharren, ins Frösteln kommen, ist verständlich. Armin Pijawetz, unser Experte für diese Geschichte übers Fliegenfischen, erklärt, warum wir uns trotzdem nicht in der Jahreszeit vergriffen haben. „Die Hauptsaison ist zwar von April bis September, im Februar und im März kann man trotzdem schon loslegen. Mit einer modernen Ausrüstung ist Kälte nämlich überhaupt kein Problem. Und außerdem: Wer jetzt gleich zum Saisonbeginn einen Kurs besucht, um ins Fliegenfischen einzusteigen, der hat dann praktisch von Saison­start weg Zeit, um sich technisch weiterzuentwickeln und dieses herrliche Natur­erlebnis zu genießen.“

 

Eben bei jenem Naturerleben gerät der Experte auch ins Schwärmen: „Fischen zwingt dich zum Runterkommen, mag der Tag noch so stressig gewesen sein. Man steht an den herrlichsten Plätzen der Natur und konzentriert sich auf die wenigen wesentlichen Dinge. Mir passiert es dabei oft, dass ich das Gefühl habe, mit der Natur direkt zu verschmelzen.“

 

Lernen von der Pike an

Bevor es aber mit dem Verschmelzen hinhaut, muss man die Sache klarerweise beherrschen. Ein Grundkurs sollte am Beginn jeder „Karriere“ im Fliegenfischen stehen. Einerseits, um eben die Wurftechnik von Grund auf zu lernen, andererseits, weil Fliegenfischen auch mit einigem theoretischen Wissen verbunden ist. Fragen der rechtlichen Art wie „Wo darf ich wann ­fischen?“ müssen unbedingt beachtet werden. Um an einem öffentlichen Gewässer fischen zu dürfen, muss nämlich auch eine von den zuständigen Bundesländer-Behörden abgenommene Prüfung absolviert werden. Und zudem muss man für das jeweilige für den Zweck zugelassene Gewässer eine Lizenz (beim Besitzer oder Pächter) erwerben.

 

 Wissen sollte man weiters, welche Fische auf welchen Köder zu welcher Jahreszeit ansprechen. Und natürlich geht es in den Kursen auch generell um Ausrüstungsfragen wie Rutenlänge oder Schnurklasse. „Große Gewässer – längeres Gerät, kleine verwachsene Gewässer – kurze Ruten“, heißt zum Beispiel eine der Faustregeln. Generell empfiehlt Armin Pijawetz, nicht gleich in der ersten Begeisterung ins Geschäft loszustarten, „besser kauft man sich eine eigene Ausrüstung erst, wenn man sich schon theoretisch und praktisch ein bisschen auskennt. Die Freude wird dann eine viel länger andauernde sein.“

 

Bleiben wir aber noch kurz beim Thema Werfen, dem praktischen Um und Auf im Fliegenfischen. Armin Pijawetz: „Es kommt dabei ausschließlich auf die Technik an. Kraft ist überhaupt nicht entscheidend! Es ist auch der Grund, warum Fliegenfischen für Frauen und für Kinder genauso interessant wie für Männer ist.“

Die Wurftechnik als Autodidakt zu erlernen ist ein eher aussichtsloser Kampf gegen die Physik. Ein Grundproblem liegt darin, dass die „Fliege“ (besser gesagt das Fliegenimitat, das der Fisch fressen soll) nur wenige Gramm leicht ist. Das Prinzip vom Hammerwerfen kann man daher beim Köderauswurf gleich vergessen. Übrigens: Geübt wird in den ersten Kursstunden üblicherweise noch nicht an einem Gewässer, sondern auf einer freien Wiese.

 

Ausrüstung für jedes Geldbörserl

Hat man die Wurfbewegung halbwegs verinnerlicht und sich das nötige theoretische Grundwissen angeeignet, dann ist schon viel geschafft. Nun kann man sich als angehender Fliegenfischer auch mit dem Anschaffen einer eigenen Ausrüstung beschäftigen – ob man mit einem Einsteiger­-
set (Kostenpunkt rund € 150,–) zufrieden ist oder ob es etwas Exklusiveres sein soll. Nach oben hin sind die Möglichkeiten des Geldausgebens ziemlich unbegrenzt: Wer gern das Beste vom Besten hat, greift etwa zur handgebauten Angelrute aus ­hochmoduliertem Carbon um bis zu € 2.000,–.

Wenn wir schon vom Geldausgeben reden: Wer es darauf anlegt, kann rund € 2.000,– für eine Tageslizenz an einem exklusiven Platzerl in Island ausgeben! Für Normalverdiener ist es da schon besser, man bleibt im eigenen Land: Die Salza gehört wegen ihrer Schönheit zum Beispiel zu den international bekannten Revieren, trotzdem gibt‘s in Österreich auch Lizenzen um kleines Geld. Auch die Gmundener Traun, die Mürz oder das Murursprungsgebiet sind einige der vielen weiteren traumhaften Orte zum Fliegenfischen in Österreich.

 

Wathose und -schuhe sind an Ausrüstungsgegenständen unumgänglich – zumindest, wenn man auch erfolgreich sein will. Oft sind die besten Plätze zum Fischen nämlich nicht die vom Ufer aus erreichbaren. Stundenlang im Gewässer zu wa(r)ten, macht das Naturerleben auch viel authentischer und ist zudem – zumindest an Fließgewässern – auch als körperliche Herausforderung nicht zu unterschätzen. „Da ist man am Abend ganz schön müde“, garantiert Armin Pijawetz.

 

Zur Ausrüstung gehören dann selbstverständlich noch die Köder, die dem Fliegenfischen den Namen leihen: Die „Fliegen“ sind aus diversen Naturmaterialien angefertigt und gaukeln dem Fisch ein auf der Wasseroberfläche sitzendes Insekt vor. Logisch – je naturgetreuer, desto besser funktioniert es. Tüftler binden ihre Köder selbst, für den Hausgebrauch tun es fertig gekaufte Köder natürlich auch. 

 

Bliebe noch die Frage offen, was man mit den Fischen macht. In die Pfanne damit oder sich nur rein sportlich am Erfolgserlebnis freuen? Armin Pijawetz: „Fliegenfischer verwenden keine Widerhaken, der Fisch wird daher nicht verletzt und kann sofort wieder schonend zurückgesetzt werden. In der Praxis schaut man, dass man zum Beispiel junge Tiere wieder freilässt. Es spricht aber auch nichts dagegen, sich einen schönen Fang schmecken zu lassen!“

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