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Christoph Strasser im Interview - Teil 1: "Nimmst ein Radl und setzt dich halt drauf ..."

Artikel vom:

Mitte Mai traf SPORTaktiv-Redakteur Christoph Lamprecht den dreifachen Race Across America-Sieger und 24-Stunden-Weltrekordhalter Christoph Strasser zum Interview. Wie die gemeinsame Ausfahrt verlaufen ist, liest du im aktuellen SPORTaktiv Magazin


Servus Christoph, heute ist einer der ersten richtig warmen Tage des Jahres. Mit Wetterextremen bist du beim RAAM ja ständig konfrontiert. Was ist für dich schlimmer: Hitze oder Kälte?
Definitiv extreme Hitze! Davon sind wir aber heute weit entfernt.

Was macht ein Christoph Strasser, wenn er "nur zum Spaß" Radfahren geht? Setzt du dich auch manchmal aufs Mountainbike?
Eine normale kurze Ausfahrt dauert für mich drei Stunden. Für die Regeneration gehe ich aber auch oft nur eineinhalb Stunden Radfahren. Da ist dann für mich halt ein klarer Unterschied zwischen Trainieren und Radfahren. Im Urlaub fahre ich gerne Strandpromenaden entlang - das ist dann wirklich nur zum Genießen. Mountainbiken steht nicht am Programm. Ich hab mir die Schulter schon so oft ausgekegelt, da muss ich vorsichtig sein.

Zum Thema Bikefitting: Wie sieht die Zusammenarbeit mit deinem Ausstatter aus?
Das läuft im Grunde seit sechs Jahren immer gleich ab: Anfang des Jahres bekomme ich mein neues Bike, das muss nicht jedes Jahr aufs Neue optimiert werden. Toll sind natürlich immer neue Erkenntnisse wie aus den Tests im Windkanal, die bleiben natürlich. Dinge wie Reifenoptimierung waren mir eigentlich nie so bewusst, bringen dann aber gerade bei Weltrekord-Versuchen wieder einiges. Nach meinen Vorträgen kommen oft Hobbysportler zu mir und fragen, mit welchem Material ich diverse Vorhaben verwirklicht habe, aber da muss ich oft passen. Ich war nie ein Schrauber, mich hat die persönliche Leistung immer mehr interessiert als die Hardware. So nach dem Motto: Nimmst ein Radl und setzt dich halt drauf. Jetzt hab ich das Glück, dass ich mit Specialized einen Partner habe, der mir mit der neuesten Technik und optimalen Bikefitting unter die Arme greift. Da muss ich mir keine Gedanken machen, weil ich weiß: ich habe immer das Top-Gerät.

Wenn man den Sport betreibt, wie du es tust, hat man wahrscheinlich trotz perfekter Einstellung manchmal Schmerzen. Wie gehst du - zum Beispiel während des RAAM - damit um?
Wenn im Training Probleme auftreten, gehe ich sofort zum Physiotherapeuten. Im Rennen hat man keine andere Wahl als durchzuhalten. Beim RAAM ist immer ein Arzt dabei, dem teile ich dann mit, wenn ein Körperteil zu schmerzen beginnt. Alle zwei Stunden wird dann kontrolliert, wenn nötig auch getapt. Erlaubte Schmerztabletten versuche ich so lange wie möglich zu vermeiden, weil sie nicht selten müde machen. Wenn man dann sowieso mit Schlafmangel unterwegs ist, wäre das der Supergau. Außerdem weiß man ja, wie viel man investiert habe, um überhaupt so weit zu kommen, deshalb gibt man nicht so leicht auf. Nach ein paar Tagen ist das Rennen auch wieder vorbei. Wer glaubt, dass mir Schmerzen gefallen, hat unrecht. Schmerzen kann man sich auch einfacher holen.


Was machst du zum Ausgleich zu deinem Ausdauer-Pensum?
Mein Ausgleich ist hauptsächlich sanfte Gymnastik und Dehnen. Da bin ich wohl nicht ganz vorbildlich und eher einseitig. Wenn ich in der Vorbereitung auf ein Rennen laufen gehe, spüre ich das noch drei Tage später. Auch deshalb: Hut ab vor allen Triatlethen.

Wie wichtig ist bei deinen Vorhaben die Strecke? Ist das Radeln in den Rocky Mountains schöner als in Berlin-Tempelhof, oder blendest du das Rundherum völlig aus?
Die Umgebung ist ein großer Motivationsfaktor. Wenn man das RAAM öfters bestreitet, sieht man Streckenabschnitte immer zu unterschiedlichen Tageszeiten. Gerade die Rockys sind dabei jedesmal ein Wahnsinnserlebnis.

An welche Momente während deiner Rennen erinnerst du dich gerne zurück?
Beim RAAM veranstalten meine Begleiter jedes Jahr eine "Kostümparty" am Wolf Creek Pass in den Rockys. Das ist der Ort, vor dem ich ordentlichen Respekt habe, weil ich dort 2009 mit einer Lungenentzündung ausgeschieden bin. Wenn dann deine Kollegen in Köstumen neben dir her rennen, nimmt das die Anspannung. Darauf freue ich mich bei jedes Mal. Auch unvergessen ist mein letztjähriger Zieleinlauf in St. Georgen im Attergau beim Race around Austria. Dass dir zweitausend Leute im Ziel zujubeln, erlebst du beim RAAM nämlich nicht. Mein Bekanntheitsgrad in Österreich ist mir trotzdem manchmal unheimlich. Gerade nach dem RAAM wird man schon einmal im Supermarkt bei der Wursttheke angesprochen. Manchmal wird's zwar ein bisschen viel, die Erfahrungen sind aber fast durchwegs positiv. Während des RAAM liest mein Team vom Begleitfahrzeug aus Einträge aus meinem Online-Gästebuch vor. Das motiviert mich unglaublich.

Denkt man bei einer Aufgabe wie dem RAAM eigentlich immer ans Ziel oder von Abschnitt zu Abschnitt?
Immer von Abschnitt zu Abschnitt. Wenn's mir gerade dreckig geht, würde mich der Gedanke, wie weit es noch bis zum Ziel ist, eher zermürben. Also meistert man eben Hügel für Hügel und freut sich auf kleine Abwechslungen wie das Zähneputzen. Das RAAM ist eine Mischung aus den lässigsten und schlimmsten Erfahrungen innerhalb kürzester Zeit. Mein Team hält mich bei der Stange. So lange man lacht, tut der Hintern nicht so weh. 

Ist es deine mentale oder deine physische Stärke, die dir zu deinen Erfolgen verhilft?
Beides! Radfahren macht mir noch immer unglaublich viel Spaß. Ich glaube, das ist auch die Grundvoraussetzung, um mein Trainingspensum zu schaffen. Wenn man dann merkt, wie sich die körperliche Leistung verbessert, motiviert das wieder den Geist, der dann wieder zu neuen Spitzenleistungen verhilft - ein positiver Teufelskreis sozusagen.  

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