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Bike-Neuheiten 2016: Alles neu bei Mountainbikes, Rennrädern & Co. / Bild: Eurobike Friedrichshafen

Bike-Neuheiten 2016: Alles neu bei Mountainbikes, Rennrädern & Co.

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Fast 50.000 Fachbesucher aus über hundert Ländern, und über 21.000 Bike-Fans am Publikumstag dräng ten sich vier Tage lang durch die 14 Hallen der Messe Friedrichshafen – beobachtet von rund 1.800 Journalisten. Wer wissen will, was „state of the art“ in Sachen Fahrrad ist, der kommt an der Eurobike nicht vorbei. Wolfgang Preß war für SPORTaktiv auf der Messe unterwegs, und hat die wichtigsten Trends für die kommende Saison aufgespürt.

Von Wolfgang Preß


Die Fahrrad-Branche traf sich, wie jedes Jahr, Ende August auf der größten Rad-Messe der Welt in Friedrichshafen, am schönen Bodensee. Aerodynamische Rennräder, robuste „Gravel-Bikes“, Mountainbikes auf breiteren Reifen – und natürlich wieder E-Bikes waren heuer im Mittelpunkt des Interesses.


MOUNTAINBIKE: "HALBFETT AM START"
26 Zoll, 29 oder 27,5? Was Laufradgrößen angeht, herrscht am Bike seit zwei Jahren große Auswahl – mancher sagt auch: große Verwirrung. Die Eurobike hat schon im vergangenen Jahr gezeigt, dass wohl 27,5 Zoll, auch 650B genannt, das Reifen-Format der Zukunft ist.

Um die Auswahl noch weiter zu steigern , setzen viele Hersteller (so etwa Specialized, Scott, BMC ...) für die kommende Saison auf die neue Reifengröße 27,5 Plus. Das in der Szene gern „halbfett“ genannte Format ist eine Brücke zwischen den „normalen“ Mtb-Reifenbreiten bis 2,3 Zoll, und den extremen Fatbikes mit bis zu fünf Zoll breiten Schlappen: 27,5-Plus-Reifen sind meist zwischen 2,8 und 3,3 Zoll, also zwischen 7 und 9 cm, breit.

„Das Plus-Format ist 2016 definitiv ein Thema bei uns“, sagt Martin Emslander von Scott: „Unser Fully Genius und das Hardtail Scale gibt’s in mehreren Varianten mit Plus-Bereifung.“ Die Vorteile? „Mehr Grip durch die größere Reifenaufstandsfläche“, so Emslander. Auch Topfahrer Rémy Absalon aus dem Scott-Enduro-Team ist überzeugt: „Ich kann später bremsen, und habe bergauf und in Kurven bessere Traktion.“

Der „Trek Team“-Fahrer Brett Rheeder sieht’s etwas nüchterner: „Plus-Reifen sind schwerer. Und von der Aufstandsfläche her ist kein großer Unterschied zum 29er.“ Der Bike- Hersteller aus Wisconsin, USA, setzt weiter auf die großen 29-Zoll-Laufräder – und bietet sie auf dem Hardtail „Stache“ im Plus-Format an: „Das bringt dann wirklich mehr Grip“, so Rheeder.

An Grip mangelt es den Fatbikes, zweites Trend-Thema unter den Bikes, mit ihren bis zu fünf Zoll breiten Walzen sicher nicht, ebenso wenig an Nachfrage: „Heuer waren wir bei Fatbikes gnadenlos ausverkauft“, sagt Heiko Böhle von Felt. So wie ihm ging es auch den anderen Herstellern, die die kultigen „Fatties“ im Programm haben (wie Canyon, Müsing, Cube, Fuji, Mi-Tech, Alutech). „Das ist kein Strohfeuer mehr, wie viele letztes Jahr noch gesagt haben“, meint etwa Julia Nerz, Marketing-Leiterin beim Hamburger Hersteller Bergamont.

Fatbike, 27,5-Zoll-„halbfett“ oder doch 29er – man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein ...


RENNRAD: AERO UND SCHOTTER
Ein Rundgang durch die Eurobike zeigt, dass bei den Rennrädern die Aerodynamik immer stärker in den Mittelpunkt rückt: Keiner der namhaften Produzenten kommt mehr ohne die extra-windschnittigen Renner aus. So werben die Kalifornier von Specialized (die allerdings nicht auf der Eurobike vertreten waren) sogar damit, das neue „Venge“ bringe in Verbindung mit dazu den entwickelten Aero-Helm, -Anzug und -Schuhen einen Zeitgewinn von fünf Minuten – auf nur 40 km. Kollegen haben das ausprobiert, und waren tatsächlich im Schnitt auf 20 km zwei Minuten schneller ...

Da wollen andere nicht nachstehen und rüsten ebenfalls aerodynamisch auf; so etwa die Schweizer Bike-Schmiede BMC: „Wir haben unsere Aero-Series mittlerweile auf vier extrem schnittige ‚time machines‘ ausgebaut“, betont Marketing-Leiter Hape Kuner.

Was unterscheidet Aero-Bikes von „normalen“ Rennern? „Sie bieten dem Wind weniger Angriffsfläche“, weiß Rob Verstappen vom italienischen Traditionshersteller Wilier: „Die Rahmen sind aerodynamisch elliptisch geformt, Komponenten wie Bremsen oder Sattelstützen werden integriert, es wird etxtra leichtes High-Quality-Carbon eingesetzt.“ Die Laufräder haben oft Hochprofil-Felgen. „Das erhöht allerdings die Seitenwind-Empfindlichkeit“, weiß Verstappen: „Deswegen setzen wir extrem hohe Felgen nur auf einem Rad ein.“

Zweiter großer Trend bei Rennrädern sind „Gravel Bikes“: eine Kreuzung aus Cyclocross- und Straßen-Rennrad, die besonders gut für Schotter- und Waldwege geeignet ist. „Ein idealer Begleiter, wenn man dem Autoverkehr entfliehen, auf Road-Performance aber nicht verzichten will“, sagt Specialized-Marketing-Mann Jan Bruns: „Da sich bis 35 mm breite Reifen montieren lassen, kann man prima Wald- und Schotterwege erobern.“ Zudem sorgen Scheibenbremsen bei jedem Wetter und in jedem Gelände für zuverlässige Bremskraft.

E-BIKE: ELEKTRO FÜR ALLE
Das E-Bike ist und bleibt starker Wachstumsmotor der Fahrrad-Branche“, sagte Eurobike-Messeleiter Stefan Reisinger zum Messeschluss: „Hier werden völlig neue Zielgruppen erschlossen.“ So ergab eine Umfrage für den Komponenten-Hersteller Shimano (aktuell mit dem neuen E-Antrieb „Steps“ am Markt), dass allein in Deutschland zwölf Prozent der Bürger für 2016 planen, ein E-Rad anzuschaffen – das wären rund zehn Millionen Bikes.

Goldgräber-Stimmung also bei den Herstellern, und so gibt es mittlerweile kein Fahrradsegment mehr, das nicht schon elektrifiziert wäre: Falt- und Lastenräder, Single-Speed- und Liege-Räder, Enduro- und Downhill- Bikes, Renn- und Trekking-Räder ...

Apropos: Der Schweizer E-Rad-Pionier Flyer präsentierte ein vollgefedertes Trekking-E-Bike namens „TX“ – „das SUV unter den E-Bikes“, sagt Biketec-Technik-Chef Ivica Durdevic: „Wir sehen die TX-Serie als praktische, alltagstaugliche Variante zu unseren E-Mountainbikes. “

Die sind derzeit besonders in der Diskussion: die E-Mountainbikes. „Fluch oder Segen?“ war ein Workshop des Schweizer Fach-Magazins „Ride“ auf der Eurobike betitelt, in dem es um die Auswirkungen des Elektroantriebs im Bereich Mountainbike ging. Doch die Elektro-Bergräder, von vielen Bikern noch verteufelt, erarbeiten sich beständig neue Fans – derzeit vor allem unter den Downhillern. Mit Federwegen von bis zu 160 Millimetern kommen von Cube, Bergamont, Specialized und Rotwild echte Bergab-Kanonen, die ihren „Kollegen“ ohne Hilfsantrieb in nichts nachstehen.

Downhill-Freaks können sich mit diesen E-Geräten nun auch Trails erschließen, die weit abseits der Bergbahnen liegen, mit denen die Bergauf-Parts üblicherweise bewältigt werden. Und Gewicht spielt im Downhill- Bereich traditionell sowieso kaum eine Rolle.

Wie auch unter den „normalen“ E-Bikes ist Integration der Trend bei E-Mountainbikes: Die Akkus verschwinden in den nun etwas dickeren Unterrohren (so bei Specialized, Focus, Giant, Rotwild und BH), die E-Antriebe werden stärker in den Rahmen integriert. Auch so manches Display wird abgeschafft, wie etwa beim Specialized „Turbo Levo“. Stattdessen gibt’s eine App, mit der GPS-Navis, Radcomputer, Tachos oder auch Smartphones die „Mission Control“ übernehmen.

Noch ein zukunftsweisendes Beispiel: das City-E-Bike Winora „Radar“ mit dem Modulsystem „Cobi“ zur Vernetzung von Bike und Smartphone. Unter den über 100 Funktionen des Systems finden sich Navigation, Smartphone-Laden, Fernwartung, Klingel sowie Front- und Rücklicht.


KOMPONENTEN: KABELLOS SCHALTEN
Eine der spannendsten Weltpremieren der Eurobike 2015 kommt vom US-Komponenten-Hersteller Sram: die „Red eTap“ , eine kabellose Funk- Schaltung. Was Mavic schon einmal Ende der 90er versucht hatte, perfektioniert nun Sram: Keine verschleißenden Schaltzüge, schnellere und präzisere Schaltvorgänge, dazu eine intuitive Schalt-Logik: ein Schalter links für „leichter“, einer rechts für „schwerer“. Gemeinsam gedrückt, bewegt sich der Umwerfer. 

Eigentlich logisch wären auch Scheibenbremsen am Rennrad: Die Bremsleistung, vor allem bei Nässe, ist einfach besser. Aber die „Traditionalisten“ im Weltradsport-Verband UCI können sich noch nicht entscheiden, die Discs auch an den Rennern der Profis zuzulassen. Und solange werden sich die Scheiben am Rennrad nicht wirklich durchsetzen – da können die Komponenten-Hersteller noch so viele schöne Weiterentwicklungen präsentieren. Etwa den „Flat Mount“-Standard: besonders flache, leichte Scheibenbremsen speziell für Rennräder, die optimal in Rahmen und Gabel integriert werden können. Oder auch 160-Millimeter-Scheiben wie von Sram, die inklusive Bremskörper unter 500 Gramm wiegen. Die üblichen 140er-Scheiben sind angesichts der hohen Geschwindigkeiten auf dem Rennrad eigentlich deutlich unterdimensioniert.


AUSRÜSTUNG: SCHICKER SCHUTZ
Wir wissen also: E-Bikes werden immer beliebter. Die höheren Geschwindigkeiten erfordern jedoch auch eine neue Sichtweise auf Schutzausrüstung. Der italienische Sportbekleidungs-Hersteller „Pure Electric“ trägt dem mit seiner neuen Kollektion „Diamond“ Rechnung – mit einem integrierten, patentierten Schutzsystem, das schnell abgenommen werden kann, wenn man vom Fahrrad steigt. Die winddichten und wasserabweisenden Jacken und Hosen wurden auf der Eurobike mit einem „Gold Award“ ausgezeichnet. 

Protektoren für Knie, Ellbogen und Rücken sind auf schwierigen Mountainbiketrails unverzichtbar. Aber wohin mit dem „Graffl“, wenn’s bergauf geht und man noch keinen Schutz braucht? Im Rucksack sind ja schon Jacke, Flickzeug, Pumpe und Brotzeit. Die Schotten von Endura haben zwei Rucksäcke namens MT500 entwickelt, die ein Tragesystem für Protektoren haben und einen eingebauten Rückenschutz. Problem gelöst!

Immer mehr Rennrad-Handschuhe kommen ohne Klettverschluss – aerodynamisch eben. Meist sind die jedoch nicht so leicht an- und auszuziehen. Der oberbayrische Hersteller Chiba hat an seinem neuen Modell „Team Racer“ dazu Laschen und Schlaufen angebracht; natürlich an den Innenseiten – die Aerodynamik ...


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