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Alban Lakata MTB Mountainbike Weltmeister Radmarathon

Alban Lakata im Interview: Siegertypen und so weiter

Artikel vom:

Er bezeichnet sich selbst als Rennpferd. Und wenn Alban Lakata in die Pedale tritt, dann fühlt sein Rad sich schon mal an, als würde es sich unter ihm biegen. Der Mountainbike-Weltmeister ist der Prototyp eines Siegertyps. In guten wie in schlechten Zeiten. Im Interview erzählt er von Verletzung, Pause und seinen härtesten Rennen.


Alban, vor 13 Wochen hast du dir bei einer Skitour die Achillessehne abgerissen. 
Wie geht’s dir heute?
Es geht vorwärts! Nach ein paar Wochen auf dem Ergometer kann ich schon wieder draußen trainieren. Wenn ich länger unterwegs bin, spüre ich ein Ziehen in der Ferse. Aber die Sehne hält.

Die Sehne muss sich wohl daran gewöhnen, dass es bei Alban keine Pause gibt …
Naja, eine Pause hat es schon gegeben. Schließlich musste ich sechs Wochen lang eine Schiene tragen. Aber die Reha begann schon am ersten Tag – drei Wochen nach der Operation saß ich das erste Mal auf dem Ergometer. Das ist zwar ziemlich früh – aber es war mir wichtig, so schnell wie möglich wieder Tritt zu finden.

Du fährst seit Jahren auf höchstem Niveau. Hat dein Körper die Pause möglicherweise genossen, ist also in der Verletzung auch Gutes zu sehen?
Ich versuche, allem etwas Gutes abzugewinnen. Einigen Körperteilen hat die längere Pause sicher nicht geschadet. Dazu habe ich die Zwangspause in der Tat genutzt, um über mein Training nachzudenken. Ich strukturiere es jetzt etwas anders und räume meinem Körper mehr Ruhephasen ein. Die Zeit während der Verletzung habe ich auch genutzt, um mich mit meinem Rumpf und meiner Wirbelsäule zu beschäftigen. Als Folge habe ich meine Sitzposition auf dem Bike verändert. Darum bin ich zuversichtlich, vielleicht sogar noch stärker aus meiner Zwangspause zurückzukehren.

Sind diese Ruhephasen früher zu kurz gekommen?
Am Ende der Saison bin ich immer für zwei Wochen vom Rad ferngeblieben. Und natürlich gönne ich mir auch während der Saison mal ein paar Tage Pause. Aber die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung ist stets eine Gratwanderung.

Wie kommt es, dass du einfach nicht die Lust am Training verlierst?
Vorrangig macht es mir Spaß! Und ich bin ein Rennpferd, ich will mich immer verbessern. Ich messe meine Wattzahlen und vergleiche diese auf bestimmten Strecken oder Anstiegen. Die möchte ich jedes Jahr aufs Neue überbieten – und genau das ist die Herausforderung im Training. Außerdem kann ich nur jedem Ausdauersportler empfehlen, auch mal Crossfit-Einheiten oder kurze, hochintensive Intervalle ins Training einzubauen.

Muss man auch im Wettkampfkalender neue Reize setzen und sich immer wieder in neuen Rennen versuchen?
Mich treibt in erster Linie der Wunsch nach Erfolg an. Deshalb möchte ich ein Rennen auch mehrmals gewinnen. Das Highlight ist die Marathon-WM, darauf ist die Saison ausgerichtet. Und dazu kommen Klassiker wie das Cape Epic und die 100 Meilen von Leadville in Colorado. Das Leadville 100 konnte ich vor zwei Jahren das erste Mal gewinnen, beim Sieg im vergangenen Jahr habe ich den Streckenrekord geknackt …

… und beim dritten Sieg willst du als erster unter 6 Stunden bleiben?
Genau, das ist mein erklärtes Ziel. Mir fehlen dazu nur vier Minuten. Dafür muss allerdings alles passen. Und der Weg dorthin ist auch mein Antrieb. Ich bin immer auf der Suche nach der optimalen Performance. Es gibt nahezu überall Optimierungspotenzial. Die Ernährung, das Training, das Equipment – da tut sich immer was. Die Zeit bleibt niemals stehen.

Strebst du nach so etwas wie dem perfekten Rennen?
Ich denke, solche Rennen bin ich schon gefahren. Als ich im vergangenen Jahr Vize-Weltmeister wurde, war ich wirklich perfekt unterwegs. Aber im Nachhinein habe ich dann doch wieder Details entdeckt, die ich verbessern konnte. Eine veränderte Schuheinlage und die neue Sitzposition sollten noch ein paar Watt locker machen.

Welches war dein härtestes Rennen?
Das Finale der WM 2010 war mit Abstand die härteste Rennsituation und gleichzeitig auch der schönste Moment meiner bisherigen Karriere. Ich habe mich damals kurz vor dem Ziel aus der Spitzengruppe lösen können. Die Attacke selbst war nicht das große Problem, aber plötzlich wurde mir klar: Jetzt sitzen mir sechs der besten Mountainbiker der Welt im Nacken. Und die werden mich bis ins Ziel jagen. Es waren noch drei Kilometer – auf denen war ich echt brutal unter Strom.

Am Ende hast du ein paar Sekunden ins Ziel retten können und bist Weltmeister geworden. War der Alban in dir an diesem Tag unschlagbar?
Ich war voll auf Sieg programmiert, habe keinen anderen Gedanken mehr zugelassen. So konnte ich alle restlichen Kräfte mobilisieren. Noch heute habe ich ein Bild vor Augen, auf dem sich mein Rad förmlich unter mir verbiegt. Von damals hätte ich gerne mal die Watt-Zahlen gesehen.

Woher kommt denn dieser unbedingte Siegeswille? Dass man sich nicht sagen kann: Zweiter ist doch auch in Ordnung …
Wenn du mit weniger zufrieden bist, hast du keinen Killerinstinkt. Dann bist du wahrscheinlich auch kein Siegertyp. Man hat diesen Ehrgeiz – oder man hat ihn eben nicht. Manche Fahrer sind damit zufrieden, mit dem Sport ausreichend Geld zu verdienen. Das ist absolut okay so. Aber ich habe eben niemals aufgehört, mir immer neue, noch höhere Ziele zu setzen.

Und was sind die nächsten Ziele? 
Erst einmal die vollständige Heilung meiner Achillessehne. Außerdem plane ich mit meiner Lebensgefährtin gerade unser Haus. Das soll so werden, wie wir es uns immer gewünscht haben. Ja, und dann habe ich für dieses Jahr natürlich schon noch einige Rennen auf meiner ,to win list‘.


Alban Lakata MTB WeltmeisterDER MARATHONMANN
ALBAN „ALBANATOR“ LAKATA, 35, startete im Jahr 2000, mit 21 Jahren, bei seinem ersten Mountainbike-Marathon. Vier Jahre später holte er Bronze bei der EM und wieder vier Jahre später wurde er Europameister. 2010 folgte mit dem Titel bei der MTB-WM sein bislang größter Triumph, im Vorjahr gab‘s den zweiten EMTitel. Der fünffache österreichische Staatsmeister im MTB-Marathon gewann 2012 als erster Europäer das legendäre „Leadville 100“ in Colorado, im Vorjahr munterbot er dort den Streckenrekord um fast 12 Minuten. Alban Lakata lebt mit seiner Freundin in Lienz.
Kontakt: www.albanlakata.de


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