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Diäten machen fett.

Diäten machen fett

Artikel vom:

Gut, wir hätten für diese Frühjahrs-Abnehm-Story auch ein ­Interview mit ­Anne Hathaway machen können. Immerhin hat sich  die Oscar-­Gewinnerin für ihre Rolle in „Les ­Miserables“ 12,5 Kilo abgehungert. In fünf Wochen, eben typisch „Hollywood-Diät“. Aber dann sprachen wir doch lieber mit Angela Mörixbauer. Denn diese Ernährungs­expertin weiß alles über „die 50 größten Diätlügen“

Im Frühling sprießen nicht nur die Primeln, sondern auch prächtige Sträuße an kunterbunten Abspeck-Methoden. Eine typische, aber harmlose Begleiterscheinung dieser Jahreszeit – oder steckt da mehr dahinter?

Als harmlos würde ich diese Erscheinung ganz und gar nicht bezeichnen. Viele – vor allem Frauen – haben bereits regelrechte Diät-Karrieren hinter sich. Erfolglos, sonst würde nicht prompt die nächste Trenddiät folgen. Solche ­Diät-Erfahrungen, besonders wenn es sich um extreme Formen handelt, können durchaus in Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie, also Ess-Brech-Sucht, münden. Jedenfalls wird in vielen Fällen das natürliche Essverhalten unterdrückt und man verlernt immer mehr, auf den eigenen Körper zu hören.

Wie erklärt eine Expertin die ­paradoxe Situation, dass es zwar immer mehr Abnehmstrategien und Schlankheitsprodukte gibt – die Menschheit aber wird nachweislich immer dicker.

Das liegt zum einen daran, weil es bis heute beim Thema Abnehmen keinen „Stein der Weisen“ gibt. Weder eine Diät­ noch ein Schlankheitsmittel, das tatsächlich langfristig erfolgreich ist. Zwar führen viele Maßnahmen kurzfristig zur Gewichtsabnahme, aber langfristig wird dieser Gewichtserfolg nie gehalten. Die Krux ist, dass Diäten immer nur als zeitlich begrenzte Maßnahme gesehen werden. Wenn man danach wieder so isst wie zuvor, hat man an der Ursache nichts verändert – und die ­Kilos werden wieder auf die Hüften oder den Bauch wandern.

Egal, um welche Diät­ oder Schlankheitsprodukte es geht – die „Erfolgsaussichten“ werden immer mit Studien und Zahlen untermauert. Wird da irrtümlich­ mit falschen Zahlen operiert –oder anders gefragt: Wird in diesem Schlankheitsbusiness grundsätzlich gelogen?

Teils, teils. Im Bereich der Schlankheitsmittel, insbesondere bei jenen, die über ausländische Internetseiten vertrieben werden, wird tatsächlich oft gelogen. Wenn ein Vertreiber verspricht, man müsse nur diese oder jene Pille schlucken und könne weiteressen wie ­bisher, und trotzdem schwinden die Kilos, dann ist das schlichtweg Irreführung. Häufig werden aber auch Studienergebnisse „geschönt“. Sprich, es werden nur die positiven Ergebnisse herausgehoben. Das ist in der Regel der Fall, wenn die Studie durch den Hersteller (mit)finanziert wurde. Und umgekehrt werden Studien, die die Wirksamkeit eines Präparates nicht belegen können, eben gar nicht veröffentlicht.

Ihr Buch, das Sie gemeinsam mit dem Journalisten Dr. Markus­ Groll herausgegeben haben, heißt „Die 50 größten Diätlügen“. Warum dürfen die Leser dieses Buches sicher sein, dass ausgerechnet in diesem Buch nur die Wahrheit drin steht?

Wir sind unabhängig. Wir vertreiben weder Diät-Pillen, bieten selbst keine Abnehmkurse an, noch haben wir Verträge mit Diät-Anbietern oder ähnliches. Zudem haben wir alle unsere Aussagen im Buch mit der Quellenangabe versehen. Jeder Interessierte kann daher einfach nachvollziehen und überprüfen, aufgrund welcher Studien wir zu unseren Bewertungen gekommen sind. Wir verlassen uns nicht auf Hörensagen oder Pseudowissen, sondern auf naturwissenschaftliche Fakten. Im Quellenverzeichnis findet man über 300 Literaturstellen, großteils aus wissenschaftlichen Übersichtsartikeln, Meta-Analysen und Originalstudien aus international anerkannten, wissenschaftlichen Zeitschriften. Damit stellt unser Buch eine gute­ Zusammenschau des aktuellen und weltweiten Wissensstandes dar.

Kurzfristig funktioniert es ja fast mit jeder angepriesenen ­Diät, ein paar Kilos zu verlieren. Was aber ist aus Sicht der Ernährungsexpertin der Kardinalsfehler bei praktisch allen Diäten, warum sie nachhaltig dann doch nicht funktionieren?

Der Kardinalsfehler ist, dass eine ­Diät immer nur für eine begrenzte Zeit durchgeführt wird. Sich für einige Wochen oder Monate zu kasteien und zu wissen, dass ein Ende in Sicht ist – das ist nicht so sehr die Herausforderung. Das wirklich Schwierige in der Praxis ist, seine Ernährungs- und auch Bewegungsgewohnheiten im Alltag dauerhaft zu verändern. Gerade beim Essen spielt sich sehr viel im Kopf ab. Die Veränderung von Essgewohnheiten ist zu einem großen Teil eine Motivationsfrage, bei der viele in Wahrheit eine psychologische Betreuung bräuchten.

Mit einer Diät allein aber geht der Schuss meist nach hinten los, oder?

Genau. Die Erklärung dafür ist, dass speziell bei sehr kalorienarmen Diäten­ während dieser Zeit der körpereigene­ Energieverbrauch absinkt. Der Körper­ sieht dann so eine Diät-Phase als Bedrohung und schaltet quasi auf „Sparmechanismus“. Isst man nach der Diät­ aber wieder so viel wie davor, legen sich die überschüssigen Kalorien noch rascher auf die Hüften, weil der ­Körper ganz automatisch für die nächsten Notzeiten „bunkert“. Und das zweite Defizit: Bei extremer Kalorienreduktion


DIE TOP 10 DER "50 GRÖSSTEN DIÄTLÜGEN"

1. Getrennt von Fisch und Fett? Das vielgepriesene Trennkost-Diät-Konzept ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die „Erfolge“ sind nur darauf zurückzuführen, dass auch weniger Kalorien gegessen werden als vorher. 

2. Mit Glyx ist abnehmen ein Klacks? Der „glykämische Index“ ist – auch in Modediäten verpackt – völlig unpraktikabel. Offenbar funktioniert hier das Abnehmen nur, weil das Studium endloser Tabellen die Zeit zum Essen raubt.

3. Spannenlanger Hansl, nudeldicke Dirn? Nudeln und Kartoffel gelten als die Dickmacher schlechthin. ­Tatsächlich treiben nicht die Nudeln, sondern die Soßen, die man dazu isst, die Kilos rauf.

4. Hungern für Kleidergröße 36? Oft muss das leicht verständliche Prinzip Hungern, auch Fasten genannt, als Lösung herhalten. Aber unkontrolliertes Fasten macht letztlich dick – und manchmal krank.

5. Mit Dukan & Atkins zur Strandfigur? Auch wenn die „Erfinder“ Fleisch und Spiegelei für das Gelbe desselben halten – eiweißreiche Diäten liefern nur maximal für einen Sommer lang Erfolge.

6. Halbe Portionen für halbe Kilos? Das Prinzip ist klar: Man darf alles essen – aber von allem nur die Hälfte. Leider bringt das FdH-Konzept ein Ungleichgewicht bei der Ernährung nicht wieder ins Lot.

7. Promi-Diäten mit Glitzerfaktor? Angelina Jolie, Heidi Klum, Jennifer Aniston – die wissen, wie es geht mit der makellosen Figur? Von wegen: Zitronensaft-Kur, Schwangerschaftshormon, Atkins-Methode – die Diäten der Hollywoodstars sind absolut irreführend.

8. Vorher-nachher-Bilder als Wirkungsbeweise? Von wegen! Wenn „Claudia in weniger als zwei Monaten 18 Kilo abgenommen hat, ohne Diät zu halten“, dann ist das völlig frei erfunden – wie der Großteil der Werbung für Schlankheitsmittel.

9. Dicke sind selber schuld? Stimmt nicht – Wissenschafter gestehen den Genen tatsächlich eine immer größere Rolle beim Übergewicht zu.

10. Süssen ohne Reue? Süßstoffe sind ziemlich in Verruf geraten. Oft zu Unrecht. Sie machen jedenfalls nicht dick. Schlank aber auch nicht.


ZUM NACHLESEN
DIE 50 GRÖSSTEN DIÄT-LÜGEN. Von Metabolic Balance bis zum „Schwitzanzug“ – Angela Mörixbauer und  Markus Groll zerpflücken die größten Irrtümer und Schwindeleien um Kilos, Kalorien und Schlankheitskuren. Krenn-Verlag, 210 Seiten, erhältlich im Buchhandel, ISBN-978-3-99005-164-1

 

 

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