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Functional Food: 7 Erkenntnisse über Nutzen und falsche Versprechungen

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Schon klar, dass man sich ein  fittes Leben nicht einfach auf den Tisch stellen kann. Ob und wie „Functional Food“ – also Nahrungsmittel, die von der Industrie mit einem Zusatznutzen ausgestattet werden – dennoch zum gesunden Leben beitragen kann, dem gehen wir gemeinsam mit einem Ernährungsexperten auf den Grund.

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Alles Bio, oder was? Nein, davon kann keine Rede sein – auch gesundheitsbewusste Konsumenten greifen keineswegs immer nur zu „naturbelassenen“ Nahrungsmitteln. Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Lebensmittelbranche mit speziellen Fitness-, Wellness- und Gesundheitsprodukten (so genanntem „Functional Food“) seit Jahren kräftige Umsatzsteigerungen einfährt, während der Lebensmittelmarkt insgesamt stagniert? Selbst wenn Konsumentenschützer regelmäßig warnen, den Verheißungen der Lebensmittelindustrie misstrauen und zugleich die höheren Preise solcher Produkte anprangern, so scheint es einfach eine unumstößliche Tatsache zu sein: „Functional Food“ ist in der Masse der gesundheitsbewussten Menschen angekommen! Ein guter Grund für uns, beim Experten nachzufragen, was wirklich hinter „Functional Food“ und den Versprechungen der Industrie steckt. Gemeinsam mit dem Grazer Nährstoffforscher und Ernährungsexperten Dr. Manfred Lamprecht wollen wir also hier Aufklärungsarbeit zu den wichtigsten Fragen zu „Functional Food“ leisten.

Quelle: http://www.nestleimages.at/

1. WIE DEFINIERT MAN DEN BEGRIFF FUNCTIONAL FOOD?
Vorweg gesagt: Eine klare Definition durch einen Gesetzgeber fehlt weltweit – außer in Japan, wo Functional Food schon seit den späten 1980er-Jahren ein großes Thema ist. „Der Begriff ‚Functional Food‘ meint aber grundsätzlich Lebensmittel, die industriell mit einem Zusatznutzen versehen wurden, den sie durch herkömmliche Produktion nicht haben“, erklärt Manfred Lamprecht. Sehr oft ist dieser zusätzliche Nutzen gesundheitlicher Natur – dann spricht man fachsprachlich auch von „Nutraceuticals“. Das Wort setzt sich aus „nutrition“ (= Nahrungsmittel) und „Pharmaceuticals“ (= Arzneimittel) zusammen. Auch Nahrungsergänzungsmittel gehören zur Gruppe der „Nutraceuticals“ – sie unterscheiden sich von „Functional Food“ durch die „Darreichungsform“: Nahrungsergänzungsmittel werden als Pille, Kapsel oder Pulver eingenommen, im Functional Food dagegen finden sich nach dem am weitesten verbreiteten Verständnis die gesunden Zusätze direkt in „echten“ Lebensmitteln.

Quelle: http://www.nestleimages.at/

2. WELCHES „FUNCTIONAL FOOD“ FINDET MAN IN DEN HEIMISCHEN SUPERMÄRKTEN?
Lassen wir Manfred Lamprecht auflisten:„Typische ,Functional-Food‘-Produkte, die bei uns erhältlich sind, sind zum Beispiel ACE-Getränke und überhaupt solche Drinks, die einen zusätzlichen Gesundheitseffekt versprechen; die Joghurt- und Milchprodukte mit „probiotischen“ und „präbiotischen“ Zusätzen; Diätmagarine, Frühstücksflocken mit Fitnessoder Wellnessversprechen und natürlich auch sämtliche Diätprodukte.“ Auch Energy Drinks werden zu „Functional Food“ gezählt, obwohl es bei diesen weniger um einen Gesundheits-, als um einen aufputschenden Effekt geht. Und logisch: Die gesamte Sporternährung kommt aus der Ecke „Functional Food“ – mit dem Extrabonus „Leistungssteigerung“. Ob Riegel und Gels eher als Functional Food oder als Nahrungsergänzungsmittel anzusehen sind, darüber scheiden sich die Geister.

Quelle: http://www.nestleimages.at/

3. WAS IST AN VERSPROCHENEN GESUNDHEITSEFFEKTEN DRAN?
Auf jeden Fall mehr, als den Produkten manchmal von Zweiflern zugestanden wird. Eine nachhaltige Verbesserung sollte die EU-weite „Health Claim Verordnung 1924/2006“, die am 1. Juli 2007 in Kraft trat, bringen. „Seither müssen alle gesundheitsbezogene Angaben zu einem Lebensmittel durch die EU-Kommission geprüft und zugelassen werden“, weiß Dr. Lamprecht, „das Problem dabei ist, dass mit Inkrafttreten der Verordnung eine Flut von Tausenden Anträgen an die Kommission gestellt wurde, die erst mühsam abgearbeitet und bestätigt oder zurückgewiesen werden muss.“
Ein Beispiel: Der Nachweis, dass probiotische Bakterienkulturen über den Darm das Immunsystem stärken, wie es lange in der Werbung verbreitet wurde, ist der Wissenschaft bis heute nicht schlüssig gelungen. Ein bekannter Lebensmittelkonzern wirbt heute daher nicht mehr mit probiotischen Bakterien, sondern mit dem Extrakt der „Acerolakirsche“. Denn diese Vitamin- C-Bombe bekam den „EU-Health-Claim“ schon offiziell bestätigt.
Laut Manfred Lamprecht könnte es noch etwas dauern, bis alle Anträge von der EU-Kommission abgearbeitet sind – „bis dahin herrscht noch ein wenig Wildwuchs in der Bewerbung der Produkte. Allerdings ist die Lage heute schon besser als vor 2007.“

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4. IN DER WERBUNG WIRD DOCH IMMER ÜBERTRIEBEN, ODER?
„Das ist in gewissen Maßen auch nachvollziehbar, wenn man etwas verkaufen will“, sagt Manfred Lamprecht. „Aber Behauptungen, die völlig aus der Luft gegriffen sind, kann sich kein renommierter Hersteller leisten.“
Noch einmal zum schon erwähnten Beispiel der Probiotika: „Ihre positive Wirkung ist trotzdem wahrscheinlich, auch wenn der endgültige Nachweis noch nicht erbracht wurde“, sagt Manfred Lamprecht, der seit Langem auch im Auftrag von Nahrungsmittelkonzernen die gesundheits- oder leistungsbezogenen Auswirkungen von Functional Food oder spezieller Sportkost erforscht. „Die namhaften Hersteller betreiben natürlich selbst aufwändige Forschungen. Sie lassen sich trotzdem ihre Erkenntnisse von unabhängigen Forschungseinrichtungen bestätigen – und akzeptieren auch, wenn das gewünschte Ergebnis ausbleibt.“ Bis auf die schwarzen Schafe, die es überall gibt. „Die versuchen dann, Kindernaschsachen mit einem Gesundheitsimpact zu verkaufen.“

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5. BRAUCHT MAN ÜBERHAUPT LEBENSMITTEL MIT GESUNDHEITLICHEM ZUSATZNUTZEN?
Es gilt, was auch für Nahrungsergänzung immer gepredigt wird: Am besten ist es immer, sich mit natürlichen Nahrungsmitteln ausgewogen mit allen Nährstoffen zu versorgen. Bloß ist das in vielen Fällen nur schwer möglich. „Es gibt zahlreiche Gründe, warum eine natürliche Ernährungsoptimierung nicht möglich ist – zum Beispiel zeitliche oder ideologisch-religiöse. Oder dass einem bestimmte Nahrungsmittel nicht schmecken“, erklärt der Ernährungsexperte. Hier kann „Functional
Food“ durchaus hilfreich sein – wenn zum Beispiel Brot mit zugesetzten Omega- 3-Fettsäuren den ungeliebten, aber gesunden Fischverzehr ersetzen soll. Laut dem Experten seien in unserem Land echte Nährstoffmängel zwar selten, „weit häufiger ist aber eine Unterversorgung mit einen oder mehreren Nährstoffen gegeben. Der Unterschied ist: Mängel lassen sich im Blut gut messen. Unterversorgungen dagegen können von Ernährungsmedizinern oder -wissenschaftern lediglich über Verzehranalysen errechnet werden. Aber langfristig gesehen kann auch eine Unterversorgung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.“

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6. KANN DER KONSUM VON "FUNCTIONAL FOOD" AUCH NEGATIVE AUSWIRKUNGEN HABEN?
Auch das kann sein, denn selbstverständlich zählt nicht der einmalige Konsum eines einzelnen Produkts, sondern immer die Gesamtbilanz dessen, was wir regelmäßig zu uns nehmen. Keine Frage, auch bei den einzelnen „Functional-Food“- Produkten gibt es Qualitätsunterschiede: „Manche Frühstücksflocken etwa sind wirklich gesund, andere enthalten viel zu viel Zucker.“ Deshalb ist es wichtig, nie einzelne Inhaltsstoffeeines Nahrungsmittels (zum Beispiel Vitamine) zur Beurteilung heranziehen, sondern immer alle. 
Ob der Konsum von zu viel „Functional Food“ negativ sein kann? „Sollten die Angebote mit gesunden Zusätzen weiterhin stark zunehmen, dann ist in Zukunft auch die Gefahr denkbar, dass es zu Überdosierungen kommt. Aber im Moment ist diese Gefahr sicher noch nicht relevant.“

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7. WIE GEHT MAN ALSO AM BESTEN MIT FUNCTIONAL FOOD UM?
Man sollte kritisch sein, es aber auch als Chance begreifen, empfiehlt Manfred Lamprecht. „Das Wichtigste für gesunde Ernährung ist persönliches ‚Empowerment‘ – also das Aneignen von Wissen.“ Ernährungswissenschafter helfen dabei, indem sie persönliche Verzehranalysen erstellen. Auch besondere Bedürfnisse aufgrund der Lebensumstände fließen in solche Analysen mit ein. Idealerweise lassen sich daraus Ernährungsempfehlungen maßschneidern – und in diese kann dann auch „Functional Food“ einfließen. „Und wer diesen doch aufwändigen Weg nicht gehen will, der sollte sich in Sachen Ernährung trotzdem möglichst gut informieren und bilden – eben auch über das Thema „Functional Food“. Gut, ein erster Schritt dazu ist ja nun getan.

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