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Anseilen, bitte!

Anseilen, bitte! - Kletterschule Teil 3

Artikel vom:

In Teil drei unserer Kletterschule geht es um das Sichern – eine absolute Notwendigkeit, sobald Klettereinsteiger den Boulderbereich verlassen. Damit du als Neuling weißt, was dich erwartet, geben wir dir einen Überblick über die Thematik. Richtig lernen aber musst du es in einer Kletter- oder Alpinschule!


Gleich nochmals die Warnung:­ Das, was wir dir auf den folgenden Seiten zeigen, ist nicht dazu geeignet, einen Sicherungskurs in einer Kletterschule zu ersetzen. Viel zu wichtig ist dieses Thema, als dass es möglich wäre, sich das benötigte Wissen einfach anzulesen. Andererseits scheuen manche gerade deswegen auch den Klettersport, weil sich aus dem Sichern eine große Verantwortung ergibt. Das stimmt zwar – aber die hat man schließlich beim Autofahren auch. Und mit dem Überblick, den wir hier bieten, weißt du dann ziemlich genau, was beim Thema Sichern wirklich auf dich zukommt. 
Unser Experte Martin Edlinger bringt es auf den Punkt: „Ist man konzentriert und mit Ernst bei der Sache, kann die Sportart sehr sicher gestaltet werden. Fehler passieren leider oftmals aus Schlamperei – und da nicht nur Einsteigern, sondern auch routinierten Kletterern.“ Deshalb schadet es auch den Erfahrenen gewiss nicht, sich die auf den folgenden Seiten dargestellten Basics (und  Fehlerquellen) in Erinnerung zu rufen. 
Die wichtigste Message vorweg aber lautet: „Macht euch vor allem mit eurer persönlichen Ausrüstung vertraut! ­Sicherungsgeräte sind so unterschiedlich, dass bei jedem einzelnen Gerät die Bedienung neu gelernt werden muss – und zwar am besten vom Profi!“

10 ELEMENTARE KLETTERREGELN

  1. Partnercheck vor jedem Start. 
  2. Achte auf die richtige Bedienung deines Sicherungsgeräts. 
  3. Volle Aufmerksamkeit beim Sichern. 
  4. Achte auf die richtige Position beim Sichern. 
  5. Lasse deine/n Partner/-in immer wissen, was du gerade tust. 
  6. Richtiges Verhalten im Vorstieg. 
  7. Nie „Seil auf Seil“. Schütze deinen Kopf.
  8. Schütze deinen Kopf. 
  9. Nie an einem einzelnen Karabiner topropen. 
  10. Am Ende des Seils muss immer ein Knoten sein.


DIE AUSRÜSTUNG - WAS MAN IM KLETTERGARTEN BRAUCHT

  1. Einen Kletterhelm. 
  2. Ein Einfachseil von mindestens 60 Metern Länge. In manchen Klettergärten sind eher 70 Meter zu empfehlen.
  3. Einen Klettergurt (Hüftgurt).
  4. Ein Sicherungsgerät. Besteht aus Tuber (wie Reverso/Bild oder ATC) oder bremskraftverstärkenden Sicherungsgeräten (wie GriGri, Smart oder ClickUp). Dazu gehört ein verschlussgesicherter Karabiner. Eine Anmerkung dazu: Oft wird Einsteigern eher ein bremskraftver­stärkendes Gerät empfohlen – dem will sich Martin Edlinger nicht anschließen: „Fehlbedienungen sind bei keinem Sicherungsgerät ausgeschlossen. Wichtig ist, dass der Kletterer damit umzugehen lernt, dass er über die Bedienung und speziellen Tücken genau Bescheid weiß.“
  5. Mindestens 10 Stück Expressschlingen.
  6. Kletterschuhe.
  7. Ein Chalk Bag.

Foto: Thomas Polzer - Die Ausrüstung


ANLEGEN DES HÜFTGURTES
 
Der Klettergurt hat die Aufgabe, eine sichere Verbindung zwischen Körper und Sicherungsseil herzustellen. Heute hat sich die Verwendung eines Hüfgurtes standardmäßig durchgesetzt – lediglich bei Kindern oder übergewichtigen Kletterern kann es Probleme mit dem optimalen Sitz geben. Für sie ist eine Brust-Sitzgurt-Kombination die bessere Option.
Achte darauf, dass der Gurt optimal sitzt und dass das Schnallensystem richtig geschlossen ist. Halte dich unbedingt an die Vorschrift in der Bedienungsanleitung der Ausrüstung – unkorrekt geschlossene Schnallen können sich sonst unter Belastung öffnen.


Foto: Thomas Polzer - Anlegen des Hüftgurtes richtig


ACHTUNG: GEFAHRENQUELLE VERDREHTER KLETTERGURT!
Falsch oder verdreht angezogene Hüftgurte wie im unteren Bild (zu erkennen an der verdrehten grünen Anseilschlaufe) bedeuten eine akute Gefährdung. Das Material ist auf solche Belastungen nicht ausgelegt, es können Bruchstellen entstehen – was bereits schwere Unfälle zur Folge hatte!

Foto: Thomas Polzer - Anlegen des Hüftgurtes falsch


DIREKTES EINBINDEN MIT GESTECKTEM ACHTERKNOTEN
Einbinden des Seils in den Klettergurt beim Vorstiegklettern: Um das Seil mit dem Klettergurt zu verbinden, wird standardmäßig das direkte Einbinden mit gestecktem Achterknoten angewendet. Wichtig ist dabei: Das Seil wird sowohl durch die Bauchgurtöse als auch durch die Beinschlaufenöse der Anseilschlaufe gefädelt. Lass dir den gesteckten Achter­knoten und das Einbinden in einem Kurs oder von einem erfahrenen Kletterer beibringen.

Foto: Thomas Polzer - Einbinden des Seils in den Klettergurt beim Vorstiegklettern1

Foto: Thomas Polzer - Einbinden des Seils in den Klettergurt beim Vorstiegklettern2:

Foto: Thomas Polzer - Einbinden des Seils in den Klettergurt beim Vorstiegklettern3

 

EINBINDEN DES SEILS BEIM TOPROPEKLETTERN
Einbinden mit zwei verschlussgesicherten Karabinern: (diese Methode darf nur beim Toperopeklettern zum Einsatz kommen). Zwei verschlussgesicherte Karabiner (z. B. Schraubkarabiner) werden in die Anseilschlaufe des Klettergurts gehängt – und zwar unbedingt gegengleich – und mittels Achterschlaufe am Seil fixiert. Wieder gilt: Lass dir die Methode genau in einem Kurs zeigen.

Foto: Thomas Polzer - Einbinden des Seils beim Topropeklettern2

Foto: Thomas Polzer - Einbinden des Seils beim Topropeklettern1

 

ACHTUNG, GEFAHR - HÄUFIGE FEHLER BEIM EINBINDEN
Wenn beim direkten Einbinden das Seil nur durch die Beinschlaufenöse oder nur durch die Bauchgurtöse eingebunden wird! Einzeln sind diese Ösen aber nicht auf die mögliche Belastung ausgelegt. Daher immer durch beide Ösen einbinden!
Wenn beim Topropeklettern nur ein Karabiner verwendet, nicht zugeschraubt oder möglicherweise sogar ein nicht verschlussgesicherter „Twistlockkarabiner“ verwendet wird: Der Karabiner kann sich bei ungünstigen Belastungen öffnen oder aushängen. Daher immer zwei gegengleich eingehängte, verschlussgesicherte und zugeschraubte Karabiner verwenden.

DAS EINBINDEN FÜR DEN SICHERNDEN
Einlegen des Seils ins Sicherungsgeräts: Das funktioniert bei fast jedem Gerät auf dem Markt anders. Das hier Dargestellte ist daher nur als Beispiel zu sehen. Studiere unbedingt die Bedienungsanleitung genau und lass dir die Sache am besten von einem Profi zeigen.
Das Sicherungsgerät am Klettergurt befestigen: Das Sicherungsgerät wird immer mithilfe eines verschlussgesicherten Karabiners an der Anseilschlaufe des Klettergurts befestigt. Der obere Teil des Seils geht zum Kletterer, der untere ist das Bremsseil.

DER PARTNERCHECK

Foto: Thomas Polzer - Partnercheck1

Der Partnercheck ist vor jedem Start Standard – für Anfänger genauso wie für Experten! Mit dem Partnercheck können Routinefehler wie ein falsch eingelegtes Seil im Sicherungsgerät, unvollständig geknüpfte Knoten, offene Sicherungskarabiner und Ähnliches vermieden werden. Die Partner checken sich gegenseitig an 6 Punkten durch – nicht nur durch Anschauen, sondern auch durch Greifen:

  • Gurtkontrolle: Sind alle Verschlüsse geschlossen und der Gurt richtig angezogen? 
  • Anseilpunkt und Anseilknoten: Passt die Verbindung des Seils zum Kletterer?

Foto: Thomas Polzer - Partnercheck2

  • Sicherungsgerät: Ist das Seil richtig eingelegt? Aber Achtung: Das ist bei jedem Sicherungsgerät anders – daher muss man es unbedingt an jedem Gerät extra erlernen! 
  • Sind alle Karabiner geschlossen und an der richtigen Position eingehängt (beim Sicherungsgerät sowie beim Kletterer, falls Toprope geklettert wird)? 
  • Befindet sich ein Sicherungsknoten am Seilende? 
  • Bei bremsunterstützenden Sicherungsgeräten: Teste durch Zug am Seil beim Kletterer (nicht am Bremsseil!), ob das Gerät richtig blockiert bzw. bremst.


TOPROPE-KLETERN
Anfänger sollten immer mit Toprope­klettern beginnen. Dabei kommt, wie der Name sagt, das Sicherungsseil von oben. In Kletterhallen gibt es fix installierte Topropeseile. In Klettergärten nicht – deshalb sollte man einen erfahrenen Kletterer bitten, ein Seil in der Umlenkung am oberen Ende der Wand zu installieren.  
Der Vorteil: Im Toperope kann der Kletternde keinen Fehler machen. Die Verantwortung liegt allein beim Sichernden.

Foto: Thomas Polzer - Topropeklettern



VORSTIEG-KLETTERN
Beim Vorstiegklettern wird das Seil mittels Expressschlingen an Zwischensicherungen, die in Kletterhallen und Klettergärten vorinstalliert sind, eingehängt. 
Achtung: Wichtig ist der richtige Seilverlauf. Das Seil muss immer von innen (Felsseite) nach außen durch die Expresschlinge laufen und nicht umgekehrt. Bei einem Sturz kann sich das Seil sonst aushängen.

Foto: Thomas Polzer - Vorstiegklettern     

DAS BREMSHAND-PRINZIP BEIM SICHERN: EINE HAND BLEIBT IMMER AM BREMSSEIL!

Foto: Thomas Polzer - Bremshandprinzip beim Sichern1

Ganz egal, welches Sicherungsgerät du verwendest, ob Toprope oder Vorstieg geklettert wird, und egal auch, ob du in der Grundhaltung, beim Seilausgeben, Seileinziehen oder beim Ablassen bist – eine Regel gilt uneingeschränkt:

  • Die Bremshand muss das Bremsseil ­ immer umschließen! 
  • Die Bremshand bildet sozusagen einen Tunnel um das Bremsseil, und zwar unterhalb des Sicherungsgeräts. Im Fall eines Sturzes lässt sich das Seil dann einfach festhalten.

Foto: Thomas Polzer - Bremshandprinzip beim Sichern1

Wieder gilt: Die genaue Handhabung deines persönlichen Sicherungsgerätes musst du dir unbedingt in einem Kurs vom Profi ­zeigen lassen.

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